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Dr. Arno Mahlert // Aufsichtsratsvorsitzender GfK
Dr. Arno Mahlert // Aufsichtsratsvorsitzender GfK

Bericht des Aufsichtsrats

 

Sehr geehrte Aktionärinnen und sehr geehrte Aktionäre,

das abgelaufene Geschäftsjahr stand unter dem Motto „Shape for Growth“: Wachstum in den Geschäftsfeldern, Steigerung der Produktivität und Weiterentwicklung zu einem integrierten Unternehmen „One GfK“. Auf diesen Feldern ist GfK insgesamt vorangekommen. Gleichwohl sind die Herausforderungen in dem unverändert hochdynamischen Marktumfeld nicht geringer geworden. Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand daher weiterhin darin, das Innovationstempo auf hohem Niveau zu halten, trotz der damit verbundenen Mehraufwendungen. Gemeinsam mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat 2015 entschieden, die Firmenstruktur anzupassen, um das Unternehmen für die Zukunft noch schlagkräftiger aufzustellen.

Im Sektor Consumer Experiences lag der Fokus auf der Stabilisierung des Umsatzes. Die Transformation hin zu profitableren Geschäftsfeldern und digitalen Produkten wurde fortgesetzt, rein lokale und weniger profitable Projekte der Auftragsforschung zurückgefahren. Angesichts dieser Anpassungen hatten wir im Sektor Consumer Experiences nicht mit Wachstum gerechnet und auch einen geringen Rückgang des Umsatzes nicht ausgeschlossen. Tatsächlich war die organische Umsatzentwicklung mit – 1,2 Prozent nur noch leicht rückläufig (2014: – 5,4 Prozent). Der Umsatz­anteil der globalen Produkte ist von 38 Prozent im Jahr 2014 auf über 44 Prozent gewachsen, die Datengewinnung mittlerweile zu 75 Prozent digitalisiert. 

Im Sektor Consumer Choices wollten wir das Stammgeschäft POS Measurement weiter ausbauen und durch neue Panels zusätzliche Umsatz- und Ertragspotenziale erschließen. Das Umsatzziel wurde mit einem stärkeren Wachstum als im Vorjahr erreicht. 2015 war für Media Measurement des Sektors besonders wichtig. In Brasilien wurde die Datenlieferung für die Einschaltquoten im Fernsehen aufgenommen. In vier weiteren Ländern, davon zwei in Asien, wurden nach erfolgreicher Auftragsakquisition die technischen Voraussetzungen geschaffen, um im Verlauf des Geschäfts­jahres 2016 Umsatz zu erwirtschaften. Der Aufsichtsrat hat den Fortschritt des Panelaufbaus und der technischen Infrastruktur intensiv begleitet und sich über die Maßnahmen zur Überwindung der Anfangsschwierigkeiten laufend informiert, die in Brasilien zu Umsatzverschiebungen in das Jahr 2016 und auch zu negativen Ergebnisauswirkungen geführt haben. Er unterstützt den Vorstand in seinem Vorhaben, dieses Geschäft weiter auszubauen. 

Auch 2015 hat sich der Aufsichtsrat ein umfassendes Bild von der Unternehmensstrategie und von der Akzeptanz der Unternehmenstransformation gemacht. Besonderen Wert legte er darauf, dass die Neuausrichtung des Unternehmens von Führungskräften und Mitarbeitern auf breiter Front getragen, erfolgreich umgesetzt und auch von externen Stakeholdern unterstützt wird. Hierzu hat er sich die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung erläutern lassen, Gespräche mit Kunden geführt und den direkten Austausch mit institutionellen Aktionären gesucht. Der Aufsichtsratsvorsitzende hat wieder an der Führungskräftekonferenz „Think Future“ teilgenommen. Insgesamt hat der Aufsichtsrat den Eindruck gewonnen, dass innerhalb des Unternehmens ein konstruktives und ziel­gerichtetes Miteinander herrscht. 

„Das abgelaufene Geschäftsjahr stand unter dem Motto „Shape for Growth“: Wachstum in den Geschäftsfeldern, Steigerung der Produktivität und Weiterentwicklung zu einem integrierten Unternehmen „One GfK“. Auf diesen Feldern ist GfK insgesamt vorangekommen.“

Dr. Arno Mahlert // Aufsichtsratsvorsitzender GfK

Für die geleistete Arbeit spricht der Aufsichtsrat den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer sowie dem Vorstand seinen Dank aus. Dank und Anerkennung gelten auch den Kunden und Geschäftspartnern der GfK Gruppe. Sie haben auch im Jahr 2015 den GfK-Unternehmen und ihren Dienstleistungen vertraut und mit vielen Anregungen zur Verbesserung unseres Angebots beigetragen.

Im vergangenen Jahr hat der Aufsichtsrat zwei Neubesetzungen im Vorstand in die Wege geleitet, die seit dem 1. Januar 2016 wirksam sind. Bei beiden personellen Veränderungen ist der Aufsichtsrat von erfahrenen externen Beratern unterstützt worden. Für beide Posten waren detaillierte Anforderungsprofile festgelegt worden, und es wurden sowohl interne als auch externe Kandidaten in die Suche einbezogen.

Für die Nachfolge von Debra A. Pruent, verantwortlich für den Sektor Consumer Experiences, legte der Aufsichtsrat Wert auf langfristige, internationale Erfahrung in diesem Geschäft oder einem vergleichbaren Dienstleistungsunternehmen, das ebenso wie GfK sein Geschäftsmodell stark wandelt. Debra A. Pruent hatte sich entschieden, in den Ruhestand zu gehen und deshalb ihren am Ende des Jahres 2015 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Debra A. Pruent war seit mehr als elf Jahren für GfK tätig. Sie wurde im Jahr 2008 in den Vorstand berufen und spielte eine entscheidende Rolle in der Transformation von GfK. In ihrer Amtszeit hat sie die Produkte und Lösungen von GfK standardisiert, die Skalierung des Geschäfts vorangetrieben, neue digitale Produkte eingeführt und ein weltweit einheitliches Modell für die Kundenbetreuung implementiert. An der Umsetzung der „Own the Future“-Strategie hatte sie somit entscheidenden Anteil.

In seiner Sitzung vom 11. September 2015 hat der Aufsichtsrat David Krajicek als Chief Commercial Officer Consumer Experiences in den Vorstand berufen. David Krajicek ist seit der Übernahme des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Arbor im Jahr 2004 bei GfK. Seine Führungs­aufgaben in dieser Zeit reichten von der Leitung eines lokalen Produktteams (Brand and Customer Experience) über die Verantwortung für die Zielgruppe „Technology“ in den USA bis hin zur erfolgreichen Transformation des Consumer-Experiences-Sektors als verantwortlicher Regional Chief Operating Officer (Regional COO) für Nordamerika. Er verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Marktforschung.

Die zweite personelle Veränderung betraf die Schaffung eines neuen Vorstandsressorts, in dem die Operations der beiden GfK-Sektoren gebündelt werden. Hierfür hat der Aufsichtsrat Alessandra Cama gewinnen können. Alessandra Cama wird in der neu geschaffenen Position des Chief Operations Officers alle lokalen und globalen Operations-Aktivitäten von GfK verantworten. Mit dieser Aufstellung will GfK die Produktivität im operativen Geschäft durch weitere Automatisierung, die Nutzung von Skaleneffekten und Effizienzverbesserungen steigern. Alessandra Cama ist seit 2011 bei GfK. Seither hat sie auf allen Ebenen der GfK-Matrixorganisation gearbeitet: Sie war auf globaler Ebene verantwortlich für schnelldrehende Konsumgüter (FMCG), als Geschäftsführerin der deutschen Panel Services trug sie Verantwortung auf lokaler Ebene, und bis zum Jahresende 2015 war sie als Regional Chief Operating Officer (Regional COO) für die Region Asien und Pazifik zuständig. Vor ihrer Zeit bei GfK war Frau Cama im Management von Roland Berger Strategy Consultants und in der Konsum­güterindustrie aktiv.

Mit Alessandra Cama und David Krajicek haben wir zwei exzellente Führungspersönlichkeiten für das Unternehmen entwickelt. Sie werden uns helfen, das Geschäft voranzubringen und den Kunden klaren Mehrwert zu bieten.

Im Zuge dieses Wechsels und der neuen Position des Vorstandsmitglieds Alessandra Cama hat sich der Aufsichtsrat entschlossen, die Titel von zwei Vorstandsmitgliedern neu zu fassen. Die beiden für die Sektoren verantwortlichen Vorstandsmitglieder Dr. Gerhard Hausruckinger und David Krajicek führen ab 1. Januar 2016 den Titel Chief Commercial Officer (CCO). Sie tragen unverändert die volle Verantwortung für den Geschäftserfolg ihrer Sektoren. Alessandra Cama ist als Chief Operations Officer (COO) verantwortlich für die Operations beider Sektoren.

Auch im Aufsichtsrat gab es im vergangenen Jahr Veränderungen. Mit Ablauf der Hauptversammlung 2015 ist Shani Orchard aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Frau Orchard hat seit 2009 konstruktiv die Arbeitnehmerinteressen im Aufsichtsrat vertreten und stets den Ausgleich mit den Unternehmensinteressen im Auge gehabt. Der Aufsichtsrat bedankt sich für ihr langjähriges Engagement. Als Nachfolgerin für Frau Orchard haben die Arbeitnehmer Martina Heřmanská in den Aufsichtsrat entsandt. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit ihr.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz und Satzung, Deutschem Corpo­rate Governance Kodex und der Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben pflichtgemäß wahr­genommen. Er hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens kontinuierlich beraten und bei der Geschäftsführung der Gesellschaft überwacht. Der Aufsichtsrat war in alle das Unternehmen betreffenden grundlegenden Entscheidungen eingebunden.

„Im Fokus der gemeinsamen Erörterungen standen Themen wie Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie, Geschäftsverlauf, Ertrags- und Finanzlage, Personal, organisatorische Weiterentwicklung, Geschäftspolitik, Unternehmensplanung, Investitionsvorhaben, Compliance und Risikomanagement.“

Dr. Arno Mahlert // Aufsichtsratsvorsitzender GfK

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend in schriftlicher und mündlicher Form über sämtliche für seine Arbeit relevanten Belange informiert. Im Fokus der gemeinsamen Erörterungen standen Themen wie Umsetzung und Weiterentwicklung der Strategie, Geschäftsverlauf, Ertrags- und Finanzlage, Personal, organisatorische Weiterentwicklung, Geschäftspolitik, Unternehmensplanung, Investitionsvorhaben, Compliance und Risikomanagement. Weitere Beratungs­schwerpunkte lagen bei den beabsichtigten Akquisitionen und Anteils­erhöhungen, über die der Vorstand den Aufsichtsrat ausführlich informierte, auch wenn sie nicht genehmigungspflichtig waren. Außerdem wurden der Erfolg der in den letzten Jahren getätigten Investitionen sowie die Auswirkungen der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen weltweit diskutiert.

Zwischen den Gremiumssitzungen erörterten der Vorsitzende des Vorstands, aber auch seine Vorstandskollegen und der Aufsichtsratsvorsitzende alle für die Gesellschaft wesentlichen Themen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sowie die Vorsitzenden des Audit Committees und des Personalausschusses standen ebenfalls im engen Austausch mit dem Vorstand.

 

Sitzungen des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse

Der Aufsichtsrat ist im Geschäftsjahr 2015 zu fünf ordentlichen Präsenzsitzungen und vier außer­ordentlichen Sitzungen (davon zwei Telefonkonferenzen) zusammengekommen. Die Teilnahmequote lag bei zwei Mitgliedern bei mindestens 67 Prozent und bei neun Mitgliedern bei mindestens 89 Prozent. In diesen Sitzungen wurden die jeweiligen Berichte des Vorstands eingehend diskutiert und die Entwicklungsperspektiven des Unternehmens ausführlich erörtert. Zu den thematischen Schwerpunkten gehörten neben dem Jahresabschluss 2014 die Entwicklung des Geschäftsverlaufs im Jahr 2015, das Budget 2016, Personalthemen und die Umsetzung der Strategie „Own the Future“. Erörtert wurden außerdem Investitions- und Innovationsmaßnahmen, die ein nachhaltiges und überdurchschnittliches Wachstum gewährleisten sollen, das Risikomanagement und Compliance-Themen.

Besonderen Stellenwert nahmen der Verkauf des Geschäftsbereichs Tiergesundheit und Pflanzenschutz sowie die Neustrukturierung der Zusammenarbeit mit The NPD Group, Inc., USA, ein. Der Aufsichtsrat hat sich durch den Vorstand laufend über den Stand der Verhandlungen informieren lassen und beiden Transaktionen zugestimmt. Der Aufsichtsrat unterstützt den Vorstand darin, das Beteiligungsportfolio den geänderten Anforderungen des Marktes anzupassen.

Die Septembersitzung des Aufsichtsrats, die traditionell jeweils in unterschiedlichen Regionen angesetzt wird, fand 2015 in Warschau statt. Ziel dieser Sitzungen ist es, die lokalen Märkte und Kunden sowie das lokale Management eingehender kennenzulernen. Berichte und Vorträge lokaler Führungskräfte gaben dem Aufsichtsrat ein detailliertes Bild von den derzeitigen Geschäftsschwerpunkten, den Innovationen und den Stärken und Schwächen. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Vorbereitung und Verabschiedung der neuen Vorstandsstruktur, die zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Mit dem Ziel der weiteren Integration des Unternehmens („One GfK“) richten Aufsichts­rat und Vorstand den Fokus auf eine bessere Verzahnung der beiden Sektoren miteinander. Ziel ist es, zusätzliches und sektorenübergreifendes Geschäft zu generieren. Deshalb wird ab dem Jahr 2016 die Regionenverantwortung auf Vorstandsebene neu geregelt und die nachfolgende Berichtsebene gestrafft. Zukünftig sind nicht mehr zwei Verantwortliche aus beiden Sektoren zuständig. Stattdessen verantwortet in jeder Region ein Manager beide Sektoren und berichtet in dieser Funktion an ein Vorstandsmitglied. Auch bei den Industries wurde die Zuordnung vereinfacht: Für jede Branche ist ein Manager zuständig, der an ein Vorstandsmitglied berichtet. Der neu geschaffene Vorstands­bereich Operations verantwortet insgesamt die globalen Service Center, die Prozesse der Operations, die Shared Services, das globale Panel Management und eine Region. Diese Funktionen waren vorher den beiden Sektoren zugeordnet. Von dieser Neuausrichtung erwartet sich der Aufsichtsrat eine weitere Steigerung der Effizienz unserer Dienstleistungen sowie eine noch stärkere Kundenfokussierung in beiden Sektoren.

Der Aufsichtsrat hat sich auch 2015 mit den Regeln des Deutschen Corporate Governance Kodex beschäftigt und im Dezember 2015 die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. GfK erfüllt die verpflichtenden Regeln bis auf eine Anforderung und die freiwillig zu erfüllenden Regeln vollständig. Die Abweichung wird im Corporate-Governance-Bericht, der auf der Website www.gfk.com einzusehen ist, begründet.

Um die Effizienz seiner Arbeit zu prüfen, hat der Aufsichtsrat wiederum einen externen Berater beauftragt. Diese Prüfung wird turnusgemäß alle zwei Jahre wiederholt und ist im Jahr 2015 abgeschlossen worden. Der Bericht kommt insgesamt zu einer positiven Beurteilung der Aufsichtsratsarbeit. Der Abschlussbericht bescheinigt dem Aufsichtsratsgremium und seinen Ausschüssen eine vertrauensvolle und effiziente Zusammenarbeit. Die Überwachung und strategische Begleitung des Vorstands erfolge professionell, vertrauensvoll und effizient unter dem Anspruch „Best Practice“. Der Aufsichtsrat habe eine Kultur und Atmosphäre des respektvollen Umgangs geschaffen, die es ihm ermögliche, seine Aufgaben vollumfänglich wahrzunehmen, heißt es in dem Bericht.

Um seine Aufgaben effizient wahrzunehmen, wird der Aufsichtsrat durch vier Ausschüsse unterstützt, über deren Arbeit er regelmäßig und umfassend unterrichtet wird. Sämtliche Ausschuss­protokolle sind von allen Aufsichtsratsmitgliedern einsehbar.

Das Audit Committee tagte im Berichtszeitraum achtmal (vier Präsenztreffen, vier Telefonkonferenzen). Die Präsenz betrug durchschnittlich 97 Prozent und lag im Einzelfall bei mindestens 88 Prozent. Das Audit Committee beschäftigte sich mit dem Geschäftsverlauf, der Ertrags- und Finanzlage sowie mit anstehenden Investitionen der Gruppe. Weitere Schwerpunkte betrafen Finanzierungsfragen (insbesondere die Refinanzierung des im April 2016 auslaufenden Bonds), Fragen zur Rechnungslegung und Bewertung einschließlich Zwischenberichterstattung, das interne Kontrollsystem, das Internal Audit, das Risikomanagement sowie die Themen Corporate Governance und Integrity. Die Leitung des Audit Committees wurde im Mai 2015 von Dr. Wolfgang C. Berndt an Dr. Bernhard Düttmann abgegeben.

Der Personalausschuss hat sich in vier Präsenzsitzungen intensiv mit dem Vergütungssystem für die Vorstandsmitglieder befasst und das bestehende System auf der Grundlage des Vorstandsver­gütungsgesetzes weiterentwickelt. Die Details sind im Vergütungsbericht im Kapitel 4.8 des Konzern­lageberichts erläutert. Eingehend erörtert wurden die Systeme und Fortschritte im Bereich der Personalentwicklungsarbeit inklusive der Potenzialeinschätzung von Führungs- und Nachwuchskräften. Breiten Raum haben die Auswahl eines geeigneten Nachfolgers für Debra A. Pruent und der Auswahlprozess für das Vorstandsmitglied für Operations eingenommen. In einem mehrstufigen Prozess wurden mehrere Kandidaten im Personalausschuss besprochen. Wie vom Gesetzgeber im „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“ vorgesehen, hat der Aufsichtsrat für den Aufsichtsrat und den Vorstand Geschlechterquoten festgelegt. Nach diesen Quoten sollen dem Aufsichtsrat mindestens 30 Prozent und dem Vorstand mindestens 20 Prozent weibliche Mitglieder angehören. Die Teilnahmequote an den Sitzungen lag im Einzelfall bei 75 Prozent und bei den vier anderen Mitgliedern bei 100 Prozent.

Der Präsidialausschuss kam im vergangenen Jahr zu zwei Präsenztreffen zusammen. Die Teilnahme­quote betrug bei einem Mitglied 50 Prozent, bei allen anderen vier Mitgliedern 100 Prozent. Darüber hinaus fanden mehrere Gespräche zwischen dem Vorsitzenden und einzelnen Mitgliedern statt. Ziel war die Vorbereitung der Aufsichtsratssitzungen, wobei es vor allem um folgende Themen ging: Umsetzung der Unternehmensstrategie und Weiterentwicklung der Führungsorganisation, Begleitung und Auswertung der Effizienzprüfung, Internet- und IT-Strategie, Budget 2016 und Compliance. Außerdem wurden die Themen für Schulungen der Aufsichtsratsmitglieder abgestimmt. Sie umfassen externe Fortbildungen, vor allem aber Hintergrundinformationen über geschäftsspezifische Entwicklungen innerhalb von GfK und des Marktumfelds. Ein Schulungsmedium sind Webcasts, mit denen der Aufsichtsrat auch über Produktneuheiten frühzeitig informiert wurde.

Da Mitglieder des Aufsichtsrats zur Hauptversammlung 2016 ausscheiden werden, tagte der Nominierungsausschuss im vergangenen Jahr dreimal, wobei alle Ausschussmitglieder anwesend waren. Im Nominierungsausschuss wurde intensiv über die zukünftige Zusammensetzung des Aufsichtsrats – besonders vor dem Hintergrund des Wandels in Marktforschung und Wettbewerb – beraten. Ziel dieser Beratungen war es, Vertreter mit Branchenerfahrung in der digitalen Welt und in den sozialen Netzwerken für die Aufsichtsratstätigkeit bei GfK zu gewinnen.

Der Nominierungsausschuss hat seine Beratungen im Dezember 2015 eingestellt, nachdem der Mehrheitsaktionär, GfK Nürnberg e.V., dem Aufsichtsratsvorsitzenden mitgeteilt hatte, dass der Verein zur Hauptversammlung am 20. Mai 2016 eigene Kandidaten zur Ernennung in den Aufsichtsrat vorschlagen wolle. Zum Zeitpunkt der Drucklegung des Geschäftsberichts am 14. März 2016, konnte der Aufsichtsrat noch keine Entscheidung zum Vorschlag des Mehrheitsaktionärs treffen, da die Kandidatenvorschläge noch nicht vorlagen. 

Jahresabschluss und Konzernabschluss

Sowohl der vom Vorstand nach den Regeln des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellte Jahres­abschluss als auch der Lagebericht der GfK SE und der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellte Konzernabschluss und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 wurden unter Einbeziehung der Buchführung von der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Allen Aufsichtsratsmitgliedern wurden die Prüfungsberichte rechtzeitig zugestellt. Der Aufsichtsrat hat sich von der Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und der für den Abschlussprüfer handelnden Personen überzeugt. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben die Abschlussunterlagen und die Prüfungsberichte pflichtgemäß selbst geprüft.

Das Audit Committee hat in seiner Sitzung vom 9. März 2016 die Ergebnisse seiner Prüfung erörtert und dem Gesamtaufsichtsrat in der Bilanzsitzung vom 11. März 2016 hierüber berichtet. An beiden Sitzungen nahmen die den Jahres- und Konzernabschluss unterzeichnenden Wirtschaftsprüfer teil. Sie berichteten über die Prüfung insgesamt und über die in der Prüfungsplanung festgelegten Prüfungs­schwerpunkte. Darüber hinaus beantworteten sie die Fragen der Mitglieder des Audit Committees und des Aufsichtsrats eingehend. Der Aufsichtsrat nahm die Prüfungsberichte zustimmend zur Kenntnis und billigte nach eigener Prüfung den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss sowie den Konzernabschluss. Damit sind diese festgestellt. Unter Berücksichtigung der derzeitigen und zu erwartenden finanziellen Situation des Konzerns und der Aktionärsinteressen hat der Aufsichtsrat den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns geprüft, für ausgewogen befunden und sich ihm angeschlossen.

Nürnberg, den 11. März 2016

Dr. Arno Mahlert
Dr. Arno Mahlert
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