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Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK
Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK

Brief an die Aktionäre

Sehr geehrte Damen und Herren,

in einem anspruchsvollen Umfeld haben wir GfK im Jahr 2015 konsequent weiterentwickelt, verändert und verbessert – und uns wieder auf Wachstum ausgerichtet: „Shape for Growth“ lautete unser Anspruch. 

Im Jahr 2015 ist der Umsatz von GfK wieder gestiegen. Wir haben ein organisches Wachstum von 1,1 Prozent erzielt und mit Rückenwind durch Währungseffekte ein Gesamtwachstum von 6,2 Prozent erreicht.

Der Markt insgesamt ist laut dem weltweiten Branchenverband ESOMAR nach Wachstumsraten von jeweils 0,7 Prozent in den Jahren 2012 und 2013 im Jahr 2014 nur um 0,1 Prozent gewachsen. Wir gehen davon aus, dass das Marktwachstum auch 2015 nicht höher war. Mit Blick auf den Markt und die großen Wettbewerber bewerten wir unser Wachstum daher positiv.  

Digitalisierung und Globalisierung

Die Marktforschung weltweit wird weiterhin vor allem von Digitalisierung und Globalisierung geprägt.

Die Digitalisierung unseres Geschäfts haben wir konsequent vorangetrieben und unsere Position als einer der führenden globalen Anbieter im Bereich der „digitalen Ökosysteme“ weiter gestärkt. 

„Die Digitalisierung unseres Geschäfts haben wir konsequent vorangetrieben und unsere Position als einer der führenden globalen Anbieter im Bereich der „digitalen Ökosysteme“ weiter gestärkt.“

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK

Unsere DRIVE-Plattform, die wir als Grundlage für einheitliche digitale Produkte nutzen, förderte den weiteren Ausbau von skalierbaren Produkten. So können Kunden beispielsweise mit GfK Echo zur Kundenzufriedenheitsmessung, GfK Brand Vivo zur Messung von Brand Metrics oder GfK Experience Effects zur Messung und Aussteuerung der Markenkommunikation relevante Daten erhalten und umgehend für ihre Geschäftsentscheidungen nutzen.

Durch die Akquisition von NORM, dem Spezialisten für digitale Methoden im Bereich der Käuferforschung, können wir Kunden mit virtuell gestalteten Testumgebungen nicht nur schnell und weltweit relevante Informationen zum Konsumentenverhalten bieten, sondern ihnen auch dabei helfen, Produktplatzierungen, Preise oder Planogramme zu optimieren. Wir können die dort gewonnenen Daten auch mit unseren umfassenden Daten des Haushaltspanels zusammenführen. Mit solchen Verbindungen schaffen wir einen bedeutenden Mehrwert für unsere Kunden.

Die 2015 vorbereitete und Anfang 2016 dann abgeschlossene Akquisition von Netquest zeigt beispielhaft unser strategisches Vorgehen im Bereich digitaler Datenquellen. Sie wird beiden Sektoren zugutekommen. Consumer Experiences wird bei Studien und passiver Konsumentenmessung von den Access Panels von Netquest mit ihrem kontinuierlichen Zugang zu Zehntausenden registrierter Panelisten profitieren. Mit dem Fokus auf digitalen Daten und Panels setzen wir unsere Datenstrategie weiter um und entwickeln damit das Geschäft von Consumer Experiences zukunftsträchtig weiter. Der Consumer-Choices-Sektor wird durch die Akquisition beim weltweiten Ausbau von GfK Crossmedia Link einen Schub erhalten. Darüber hinaus haben wir mit unserer Nurago-Technologie und der durch die Akquisition hinzugekommenen Wakoopa-Technologie nun die beiden weltweit stärksten Messtechnologie-Plattformen in unserem Leistungsangebot. 

„Mit dem Fokus auf digitalen Daten und Panels setzen wir unsere Datenstrategie weiter um und entwickeln damit das Geschäft zukunftsträchtig weiter.“

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK

Gleichzeitig ist die Globalisierung unseres Leistungsangebots auch durch weitere Projekte und Produkte deutlich vorangekommen. So haben wir das Fernsehforschungsgeschäft mit den Großprojekten im Königreich Saudi-Arabien und in Brasilien auf zwei weiteren Kontinenten etabliert – nachdem dieses Geschäft vor wenigen Jahren überwiegend deutschland- bzw. europazentriert geführt wurde und nicht skalierbar aufgestellt war. Seit Ende des Berichtsjahres trägt das Projekt in Brasilien zu unserem Umsatz bei. Gleichwohl standen wir in beiden Märkten vor großen Herausforderungen beim Panelaufbau. Unsere Teams vor Ort und in der Zentrale haben sie jedoch durch großen Einsatz in enger Abstimmung mit den Auftraggebern überwunden. Nun liefern wir in beiden Ländern unsere Daten. 

Enge Verbindungen zwischen Teams prägen auch die im Jahr 2015 weiter ausgebauten Global Service Center. Dort arbeiten inzwischen über 1.000 GfK-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter mit den jeweiligen Kunden- beziehungsweise Produkt-Teams überall auf der Welt zusammen. Das Ziel: höhere Effizienz, Qualität und Geschwindigkeit in der operativen Abwicklung sowohl des panelbasierten Geschäfts als auch der Auftragsforschung. Dazu bündeln wir Expertise oder Umsetzungskapazitäten in den Zentren und setzen auf zunehmende Automatisierung – natürlich immer in Kombination mit Marktforschungserfahrung und -kompetenz. Mit dieser Aufstellung können wir innovative Lösungen schneller und einheitlicher in die Märkte bringen. Auch das Vorstandsressort „Operations“, das wir im Rahmen der Neuaufstellung des Vorstands geschaffen haben, wird den Ausbau dieses erfolgreichen Ansatzes vorantreiben. 

Wie erwähnt stieg der Umsatz organisch um 1,1 beziehungsweise insgesamt um 6,2 Prozent. Mit der Marge von 12,2 Prozent haben wir jedoch unser Margenziel knapp verfehlt. Besonders die Verzögerungen bei den großen Medienforschungsaufträgen spielten hier eine Rolle. Das angepasste operative Ergebnis stieg um 4,9 Prozent. Das Konzernergebnis hat sich im Vorjahresvergleich etwa verdoppelt. 

„Wir erwarten für die Gruppe ein moderates organisches Wachstum über dem des Vorjahres. Unsere AOI-Marge sollte sich deutlich verbessern.“

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK

Blick nach vorn

Im Jahr 2016 sollen im Sektor Consumer Choices die neuen Wachstums- und Margenpotenziale konsequent genutzt werden. Point of Sales Measurement als Stammgeschäft wird weiter durch neue Produktkategorien, Industrien und Services ausgebaut und durch Online-Auswertungsmöglichkeiten ergänzt. Im Bereich Media Measurement werden die neuen Panels zur Messung von Fernsehreichweiten einen deutlichen Umsatzbeitrag leisten. Unser GfK-Crossmedia-Link-Produkt wird in weiteren Ländern eingeführt und so zu einem wichtigen digitalen Standbein. Wir erwarten, dass der Sektor wieder ein deutliches Wachstum erreichen und damit auch seinen Umsatzanteil, bezogen auf den Gruppenumsatz, weiter erhöhen wird. Die Marge sollte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern.

Im Sektor Consumer Experiences richten wir den Fokus auf die Optimierung und Straffung der Abläufe. Marktseitig werden wir den Schwerpunkt auf Kundenorientierung legen. So sollen Multi-Channel-
Produkte schneller am Markt eingeführt, Vertriebsteams gestärkt und weiter professionalisiert werden. Das Marktumfeld im Ad-hoc-Geschäft wird auch 2016 herausfordernd sein. Vor diesem Hintergrund rechnen wir mit einem Wachstumsbeitrag des Sektors auf Marktniveau. Auf der Operations-Seite werden wir die Effizienz weiter erhöhen. Durch diese Maßnahmen beabsichtigen wir, die Marge moderat zu verbessern. 

So erwarten wir für die Gruppe ein moderates organisches Wachstum über dem des Vorjahres und oberhalb des Wachstums der Marktforschungsbranche. Die AOI-Marge (angepasstes operatives Ergebnis zu Umsatz) sollte sich deutlich verbessern.

Auf diesem Weg können wir uns weltweit auf mehr als 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen. Ihnen gilt auch im Namen des Vorstands mein Dank dafür, dass sie die notwendigen Veränderungen aktiv mitgestalten. Bei aller Technologie und Digitalisierung bleibt die Marktforschung ein Geschäft, in dem Erfahrung, fundiertes Branchenwissen und das Verständnis für aktuelle und zukünftige Herausforderungen der Kunden wichtige Bausteine des Erfolgs sind.

Ihnen, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, danke ich deshalb nicht nur im Namen des Vorstands, sondern besonders auch im Namen unserer Teams weltweit für Ihr Vertrauen in den herausfordernden Weg der Globalisierung und Digitalisierung, den wir als GfK im vergangenen Jahr gegangen sind und auch im Jahr 2016 gemeinsam fortsetzen. 

 

Ihr 

Matthias Hartmann, Vorstandsvorsitzender GfK
General