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Konzernlagebericht

 

11. Chancen- und Risikobericht

11.1 Integriertes Chancen- und Risikomanagementsystem

Das integrierte Chancen- und Risikomanagement der GfK Gruppe bildet die Basis, um die Gesamtheit aller Chancen und Risiken zu identifizieren und zu managen. Der Risikomanagementprozess erfolgt mittels eines „Bottom-up“-Ansatzes über mehrere Aggregationsstufen. Dabei werden auf Ebene der einzelnen GfK-Gesellschaften Risiken sowie auf der Ebene der Regionen, Sektoren und des Konzerns zusätzlich auch Chancen identifiziert und bewertet. Das übergeordnete Ziel ist dabei, frühzeitig Entwicklungen zu erkennen, die den Fortbestand der GfK SE und der GfK Gruppe beeinflussen können. Durch die interne Risikoberichterstattung (innerhalb der monatlichen Finanzberichterstattung und durch die jährliche Risikoinventur) wird ein kontinuierliches Monitoring von Chancen und Risiken gewährleistet. Des Weiteren wird durch die regelmäßige Überprüfung des Chancen- und Risikomanagementsystems durch Internal Audit eine angemessene Funktionsfähigkeit sichergestellt.

Das konzernweite Chancen- und Risikomanagementsystem von GfK basiert grundlegend auf einem managementorientierten Enterprise-Risk-Management(ERM)-Ansatz. Es ist in vollem Umfang in die Konzernorganisation integriert und orientiert sich am weltweit anerkannten Rahmenkonzept des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO). Abgeleitet von diesem Konzept ist das Chancen- und Risikomanagementsystem mit seinen definierten Prozessen mit der internen Risikoberichterstattung verknüpft und bildet einen festen Grundpfeiler des internen Kontrollsystems. Das integrierte System ist in einer Konzernrichtlinie (F18 „Risk Management Manual“) verankert und regelt alle risikopolitischen Grundsätze und Verantwortlichkeiten innerhalb des Chancen- und Risikomanagements, den Chancen- und Risikomanagementprozess und das damit verbundene Berichtswesen. Die Richtlinie ist jedem Mitarbeiter über das GfK-Intranet (gNet) zugänglich.

Risikopolitische Grundsätze

Um den Erfolg der GfK Gruppe am Markt weiterhin sicherzustellen, müssen Chancen konsequent genutzt, aber gleichzeitig auch Risiken in einer unternehmerisch und moralisch vertretbaren Art und Weise eingegangen werden. Hierfür wurden risikopolitische Grundsätze definiert, auf denen das gesamte Chancen- und Risikomanagementsystem der GfK Gruppe basiert. Die Kernprinzipien, die in die Strukturen und Geschäftsprozesse der GfK Gruppe integriert sind, lauten:

› Unternehmerisches Handeln erfordert einen bewussten Umgang mit Risiken.
› Handlungen, deren immanente Risiken in einer Existenzgefährdung der GfK Gruppe resultieren können, sind nicht erlaubt.
› Risikomanagement ist Pflicht für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter.
› Risiken müssen systematisch identifiziert, bewertet und gesteuert werden.

Integriertes Chancen- und Risikomanagementsystem der GfK Gruppe

 

Verantwortlichkeiten

Risikomanagement-Komitee: Im Rahmen seiner Gesamtverantwortung für das Chancen- und Risikomanagementsystem hat der Vorstand ein Risikomanagement-Komitee eingerichtet, das mit der zentralen Koordination und kontinuierlichen Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems betraut ist. Ihm gehören der GfK-Finanzvorstand als Vorsitzender, der GfK-Vorstandsvorsitzende (unter anderem verantwortlich für die Unternehmensfunktion Human Resources), der GfK Head of Group Controlling sowie ein für das Thema Risikomanagement verantwortlicher Mitarbeiter des Bereichs Group Controlling als ständige Mitglieder an. Das Komitee informiert den Vorstand und den Aufsichtsrat über aktuelle Entwicklungen und Veränderungen der Risikolage im Konzern. 

Risikomanagement-Koordinatoren: Die direkte Verantwortung für Früherkennung, Steuerung und Kommunikation über die Risiken vor Ort liegt beim operativen Management der einzelnen GfK-Unternehmen. Dort sorgen Risikomanagement-Koordinatoren dafür, die zentralen Vorgaben in der jeweiligen Organisation umzusetzen und das Risikobewusstsein zu fördern.

Risk-Owner: Für jedes identifizierte Risiko wird ein Risk- Owner (auf jeder Stufe des im Schaubild dargestellten Prozesses der Risikoinventur 2015) benannt, in dessen Verantwortungsbereich das Risiko fällt. Er hat die Aufgabe, das Risiko aktiv zu managen und geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um dem Eintreten geschäftsschädigender Risiken vorzubeugen oder einen möglichen Schaden zu begrenzen. Der Risk-Owner kann ein einzelner Mitarbeiter oder eine Gruppe von Mitarbeitern auf Managementebene sein.

Chancen- und Risikomanagementprozess

Der Chancen- und Risikomanagementprozess umfasst eine fortwährende Identifikation, Bewertung und Steuerung, die durch die prozessbegleitenden Schritte Berichterstattung und Monitoring ergänzt werden.

Jeder Mitarbeiter der GfK Gruppe ist dafür verantwortlich, die in seinem Aufgabenbereich befindlichen Risiken zu identifizieren. Dies geschieht einerseits innerhalb der jeweiligen lokalen GfK-Gesellschaften, innerhalb der Regionen durch das regionale Management und auf Sektorenebene durch das Sektorenmanagement und – sofern ein Risiko die gesamte GfK Gruppe betrifft – auf Vorstandsebene. Anschließend wird jedes Risiko systematisch anhand der Kriterien „Eintrittswahrscheinlichkeit“ und „potenzielles Schadensausmaß“ sowie „Zeithorizont“ bewertet, wie im unteren Schaubild dargestellt. 

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird durch vier Kategorien definiert: „unwahrscheinlich“ (kleiner 10 Prozent), „eher unwahrscheinlich“ (zwischen 10 und 40 Prozent), „wahrscheinlich“ (zwischen 40 und 70 Prozent) und „sehr wahrscheinlich“ (über 70 Prozent). 

In Bezug auf das potenzielle Schadensausmaß wird unterschieden zwischen einem Einfluss auf das angepasste operative Ergebnis respektive Konzerngesamtergebnis von „gering“ (kleiner 3 Millionen Euro), „mittel“ (zwischen 3 und 6 Millionen Euro), „hoch“ (zwischen 6 und 10 Millionen Euro) und „sehr hoch“ in drei Abstufungen (zwischen 10 und 20 Millionen Euro, zwischen 20 und 30 Millionen Euro und über 30 Millionen Euro). 

Der Zeithorizont ist definiert durch die Dimensionen „unmittelbar“ (potenzielle Auswirkungen können erstmalig bereits ab dem Geschäftsjahr 2016 auftreten) und „mittelbar“ (potenzielle Auswirkungen können erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2017 auftreten).

Risikoklassen bei GfK

 

Anhand festgelegter Kriterien lässt sich bemessen, ob es sich bei den identifizierten Risiken um wesentliche handelt. Als wesentlich werden Risiken bezeichnet, die einerseits ein hohes bzw. sehr hohes potenzielles Schadensausmaß und eine wahrscheinliche oder sehr wahrscheinliche Eintrittswahrscheinlichkeit haben. Andererseits ist auch ein Risiko mit eher unwahrscheinlicher Eintrittswahrscheinlichkeit, aber sehr hohem potenziellem Schadensausmaß als wesentliches Risiko einzustufen, wie ein Risiko mit mittlerem potenziellem Schadensausmaß, aber sehr wahrscheinlicher Eintrittswahrscheinlichkeit. Im Rahmen der Risikosteuerung werden für wesentliche Risiken Maßnahmen definiert und umgesetzt, um das Eintreten von Risiken zu vermeiden bzw. das Schadensausmaß im Falle des Eintritts für GfK signifikant zu reduzieren. 

Daneben werden auch potenzielle Chancen im Konzern analysiert, die einen positiven Einfluss auf das angepasste operative Ergebnis respektive Konzernergebnis haben können. Die Chancen- und Risikosteuerung umfasst zusätzlich einen aktiven Umgang mit dem Einzelrisiko bzw. der identifizierten Chance, um auf mögliche Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Im Rahmen des Chancen- und Risikomonitoring werden das gesamte Chancen- und Risikoportfolio sowie das Geschäftsumfeld kontinuierlich beobachtet, um Veränderungen rechtzeitig erkennen zu können. Abgerundet wird der Prozess durch eine klar strukturierte interne Risikoberichterstattung.

Die Chancen- und Risikoberichterstattung erfolgt jährlich über eine globale Risikoinventur, monatlich über die reguläre Finanzberichterstattung und darüber hinaus über eine jederzeit mögliche Ad-hoc-Berichterstattung. Die jährliche Risikoinventur sorgt für eine umfassende Einschätzung der gesamten Chancen- und Risikosituation der GfK Gruppe. Der Prozess der Risikoinventur folgt einem „Bottom-up“-Ansatz und ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Integriertes Chancen- und Risikomanagement der GfK Gruppe

 

Grundsätzlich sind alle GfK-Gesellschaften verpflichtet, eine jährliche Risikoinventur durchzuführen. In die Risikoinventurberichterstattung sind diejenigen GfK-Gesellschaften integriert, deren geplante externe Umsätze für 2015 mehr als 9 Millionen Euro betragen, und solche, die von strategischem Interesse für die GfK Gruppe sind. Die Auswahl der GfK-Gesellschaften, die von strategischem Interesse sind, erfolgt durch das Risikomanagement-Komitee. Um ein vollständiges Bild der Chancen- und Risikosituation für die Gruppe zu erhalten, wurden Risikofelder definiert, innerhalb derer mögliche Einzelrisiken von den Gesellschaften identifiziert und bewertet werden. Neben dem im Jahr 2014 eingeführten Einbezug der Regionenebene des Sektors Consumer Experiences in die Identifikation und Bewertung der Risiken wurde dieser Prozess 2015 auch auf die Regionenebene des Sektors Consumer Choices ausgedehnt. Zusätzlich wurde 2015 erstmalig die Identifikation und Bewertung der Chancen auf Regionenebene für beide Sektoren eingeführt. Nachdem die gemeldeten Risiken und Chancen validiert und auf Regionen- und Sektorenebene zusammengefasst wurden, hat GfK sektorenspezifische Chancen- und Risikoworkshops durchgeführt. Ziel ist es, über alle Gesellschaften hinweg regionen- und sektorenrelevante wesentliche Risiken und Chancen zu identifizieren. Hierdurch wird das Chancen- und Risikomanagement in der jeweiligen Regionen- und Sektorenstrategie sowie letztendlich in der des Konzerns verankert. Durch diesen „Bottom-up“-Ansatz können sich durchaus Einzelrisiken nivellieren oder Risiken aggregiert auf Regionen- und Sektorenebene neu bewertet werden.

Die in den Chancen- und Risikoworkshops auf Regionen- und Sektorenebene identifizierten und bewerteten Chancen und Risiken werden validiert, auf Gruppenebene zusammengefasst und dem GfK Vorstand präsentiert. Der GfK Vorstand diskutiert die aggregierten Chancen und Risiken und nimmt gegebenenfalls eine Neubewertung für die GfK Gruppe vor. Die auf diese Weise identifizierten und bewerteten Chancen und Risiken der GfK Gruppe werden anschließend in einem Chancen- und Risikobericht zusammengefasst und an den Aufsichtsrat berichtet. 

Unterjährige Änderungen in der Risikosituation der einzelnen GfK-Gesellschaften werden über die monatliche Risikoberichterstattung innerhalb der regulären Finanzberichterstattung oder über die Ad-hoc-Berichterstattung erfasst und auf Vorstandsebene berichtet. Jede GfK-Gesellschaft ist verpflichtet, neu auftretende Risiken und Änderungen bei existierenden wesentlichen Risiken über die monatliche Risikokommentierung zu melden. Haben unterjährig neu auftretende Risiken ein signifikantes potenzielles Schadensausmaß, welches das Anstoßen von Maßnahmen auf Gruppenebene erfordert, muss das Risikomanagement‑Komitee unmittelbar informiert werden.

 

11.2 Bewertung der Chancen- und Risikosituation

Aufgrund der unternehmerischen Geschäftstätigkeit muss GfK bewusst bestimmte Risiken eingehen, um Chancen zu nutzen und erfolgreich am Markt bestehen zu können. Dabei wird ein breites Spektrum an Chancen- und Risikofeldern tangiert. Die Chancen- und Risikobewertung bezieht sich auf die Evaluation nach Implementierung geeigneter Gegenmaßnahmen. Seit dem Geschäftsjahr 2014 wird auf die Nettobetrachtung, das heißt die Evaluierung nach Implementierung geeigneter Gegenmaßnahmen, abgestellt, da dies die Risikosituation von GfK zutreffender widerspiegelt. Dieses Vorgehen wurde ebenfalls für das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 angewendet.

Bewertung der Risikosituation nach Gegenmaßnahmen (unmittelbar identifizierte Risiken)

 

11.2.1 Unmittelbar identifizierte Risiken

Innerhalb der GfK Gruppe wurden eine Reihe unmittelbarer Risiken identifiziert, deren Auswirkungen das Geschäftsjahr 2016 betreffen können. Die dargestellte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Risikokategorien folgt zunächst der Einschätzung des potenziellen Schadensausmaßes, dann der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Darstellung liefert dadurch einen Hinweis auf die Beurteilung des einzelnen Risikos für die GfK Gruppe.

Makroökonomische Risiken

Konjunkturelle Risiken: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist von einer leichten Erholung großer Volkswirtschaften auszugehen, während sich der Anstieg der Wachstumsraten in den neuen Märkten und Schwellenländern im fünften Jahr in Folge verlangsamt hat. Hauptgründe für diese Abschwächung sind reduzierte Investitionen und gesunkene Rohstoffpreise (insbesondere für Öl) sowie Volatilitäten in den Währungskursen und Finanzmärkten.

Der Euroraum ist weiterhin von geringen, aber stabilen Wachstumsraten gekennzeichnet. Insbesondere Länder wie Italien, Irland und Spanien konnten aufgrund verstärkter Binnennachfrage und reduzierter Ölpreise das geringere Wachstum in Deutschland ausgleichen. Obwohl sich die Lockerung der Geldmarktpolitik (Niedrigzinspolitik) auch 2015 weiter fortsetzte, konnten die dadurch erhofften Investitionen bei Firmen und Privatpersonen bisher nicht das gewünschte Niveau erreichen. Die Inflationsraten sind größtenteils sehr gering, wobei eine Erhöhung der Inflationsraten für 2016 erwartet wird. Stärkeres Wachstum im Jahr 2016 im Vergleich zu 2015 wird vorwiegend in Frankreich, Italien und Spanien gesehen, wohingegen für Deutschland ein sehr moderates Wachstum prognostiziert wird. Unverändert kritisch im Vergleich zum Vorjahr wird auch 2015 die Schuldensituation einiger Länder eingeschätzt. 

Das Wachstum in Nordamerika fiel 2015 trotz des starken zweiten Quartals geringer als erwartet aus. Ursächlich hierfür waren vorwiegend zurückgehende Investitionen im kanadischen Ölsektor. Für 2016 wird von einer leichten Erholung gegenüber dem Vorjahr ausgegangen, insbesondere durch geringere Energiepreise und reduzierte fiskalische Maßnahmen, die die aufgrund des stärkeren US-Dollars reduzierten Exporte ausgleichen sollen. 

Wie bereits 2014 bleibt es auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Aufgabe großer Volkswirtschaften, durch politische, monetäre und fiskalpolitische, aber auch strukturelle Maßnahmen das Wachstum weiter anzukurbeln. Die USA und Japan scheinen die Krise zum größten Teil überstanden zu haben. Insbesondere für Japan wird mit einer Rückkehr zu positiven Wachstumsraten im abgelaufenen Geschäftsjahr und für 2016 gerechnet. Das Wachstum in China ist wie im Vorjahr noch auf hohem Niveau, jedoch wird nicht mehr mit den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit gerechnet. Ein Risiko für die weltweite konjunkturelle Entwicklung stellen insbesondere die politischen Spannungen in Russland bzw. der Ukraine sowie im Mittleren Osten und die andauernde Griechenlandkrise dar. Zusammenfassend kann somit nur von einer sehr langsamen Erholung von den Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise gesprochen werden. 

Sollte das Weltwirtschaftswachstum 2016 deutlich unter die aktuelle Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 3,4 Prozent fallen oder die Stabilität einzelner wichtiger Währungen für die Weltwirtschaft gefährdet sein, sind hieraus auch Konsequenzen für das Geschäft von GfK zu erwarten. Die GfK Gruppe ist global aufgestellt und weist einen sehr hohen geografischen Diversifizierungsgrad aus. Hierdurch wird erwartet, einer wiederholten Abkühlung der Wirtschaftsentwicklung einzelner Länder angemessen begegnen zu können. Auch Maßnahmen wie eingeleitete Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramme sowie ein verbessertes Risikobewusstsein (durch Trainings) werden hierzu beitragen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß hoch.

Strategische Risiken

Risiken im Zusammenhang mit Portfoliomaßnahmen: Der Erfolg von GfK hängt von der Erreichung seiner strategischen Ziele ab. Hierfür werden neben Akquisitionen und Beteiligungen an gemeinschaftlich geführten Unternehmen (Joint Ventures) auch Restrukturierungen sowie Desinvestitionen zur Optimierung des Konzernportfolios in Erwägung gezogen. Risiken im Zusammenhang mit Desinvestitionsprojekten werden als separates Risiko im Risikoportfolio aufgeführt.

Risiken, die bei den Projekten zur Erreichung der strategischen Ziele entstehen können, sind vielfältig. Neben operativen Risiken (personelle/technologische Integration) können sich finanzielle Risiken (Nichterreichung erwarteter Kosteneinsparungspotenziale) oder rechtliche sowie Compliance-Risiken (aus beispielsweise zu geringem Kontrollanteil an Joint-Venture-Unternehmen) ergeben. Die Erreichung der strategischen Ziele kann auch durch weitere finanzielle Bindung in dem verkauften Business, zum Beispiel durch Eigentumsrechte, Garantien, Haftungsfreistellung oder sonstige finanzielle Verpflichtungen, gefährdet werden. Aufgrund des erfahrenen Mergers-and-Acquisitions- und Legal-Teams innerhalb von GfK und des Einbezugs externer Spezialisten kann möglichen Risiken frühzeitig begegnet und es können geeignete Maßnahmen getroffen werden. Zu den Maßnahmen gehören vor allem umfangreiche Due-Diligence-Prozesse, bewährte Vorgehensweisen zur Post-Merger-Integration und die Überwachung von Schwellenwerten, sowohl bei Akquisitionen als auch bei Desinvestitionen.

Die künftige Werthaltigkeit von Akquisitionen und der daraus resultierenden Vermögenswerte ist abhängig von der Profitabilität der Zahlungsmittel generierenden Einheiten (Cash generating Units). Bei Abweichungen der laufenden Entwicklung von den Erwartungen im Geschäft der akquirierten Konzernunternehmen oder bei geringeren als den prognostizierten Wachstumsraten kann sich ein Wertminderungsrisiko ergeben. Zur Bewertung werden unter anderem Budgetwerte aus der internen Konzernberichterstattung herangezogen. Risiken aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und veränderte Marktumstände können dazu führen, dass ein Wertminderungsaufwand ergebniswirksam erfasst werden muss, der jedoch nicht zahlungswirksam ist. Je nach immateriellem Vermögenswert kann sich eine Beeinflussung des operativen Ergebnisses ergeben. Gegenmaßnahmen wie strikte Überwachung und Steuerung der Budgeteinhaltung sowie unterjährige Sensitivitätsanalysen ermöglichen es, dieses Risiko zu überwachen. Das Risiko wurde für das Geschäftsjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr mit einer unveränderten Risikobewertung ausgewiesen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch (größer als 30 Millionen Euro).

Risiken im Zusammenhang mit strategischer Planung und Implementierung: Big Data, neue Analysen und Methoden sowie Verbesserungen im Reporting sind nur einige der vielen Herausforderungen, denen sich GfK in der Branche tagtäglich stellen muss. Um diesen Trends und dem Wettbewerb vorauszubleiben, muss GfK konsequent Innovationen vorantreiben. Dabei werden möglicherweise Initiativen und Programme im Rahmen des strategischen Planungsprozesses beschlossen, die kurzfristig als notwendig erachtet werden, jedoch mittelfristig obsolet werden könnten. Dies wäre zum Beispiel durch neue Möglichkeiten und Veränderungen in der Datenerhebung oder Datenverfügbarkeit und in der Methodenforschung gegeben. Zusätzlich könnte ein inhärentes Risiko durch die Einführung strategischer Initiativen darin bestehen, nicht den gewünschten Finanzrahmen für nachhaltiges und profitables Wachstum schaffen zu können. Daher hat GfK dieses Risiko für das abgelaufene Geschäftsjahr neu in das Risikoportfolio aufgenommen. GfK begegnet diesem Risiko durch einen sorgfältigen Planungsprozess inklusive detaillierter Markt- und Wettbewerbsanalysen, fortlaufendes Monitoring sowie ein hochwertiges Projektmanagement basierend auf konzernweiten GfK-Standards. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß hoch.

Netzwerk- und Datensicherheitsrisiken: In dieser Kategorie werden speziell Risiken im Umgang mit Daten-/Internet- sowie IT-Sicherheit diskutiert. Der fortwährende Transformationsprozess führt zu einer stärkeren Zentralisierung und Standardisierung der IT-Infrastruktur (Business Applications, Standorte) innerhalb des Konzerns. Die große Komplexität dieses Prozesses und die hohen Abhängigkeiten zwischen den Systemen führen zu Prozessrisiken, denen durch verstärktes Programm-Management, Schwachstellenanalysen und sorgfältiges Design der Systemarchitekturen begegnet wird. GfK verarbeitet Daten und Informationen innerhalb des GfK-Netzwerks, die von Interesse für Nachrichtendienste oder Dritte mit kriminellen Absichten sein könnten. Analog zum Vorjahr wurde auch im abgelaufenen Geschäftsjahr der Implementierung, Erhaltung und Weiterentwicklung von Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Informationssysteme und der in ihnen gespeicherten Daten höchste Priorität eingeräumt. Um diese Risiken für die GfK Gruppe zu reduzieren, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zum Beispiel wurde 2014 ein neues Information Security Management System (ISMS) implementiert, das auf ISO 27001 basiert, die konzernweit gültige IT-Security Policy definiert und die auf Industry Best Practice basierenden IT-Sicherheitsstandards verbindlich regelt. Damit ist ein ganzheitlicher Ansatz gewährleistet, der die Regulierung und Steuerung von IT-Sicherheitsrisiken top down bis zum lokalen Tochterunternehmen gewährleistet. Zusätzlich wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der Konzernrichtlinie zum Risikomanagement (F18 „Risk Management Manual“) die Richtlinie zum IT-Risikobewertungsprozess eingeführt. Sie wurde von ISO 27005 abgeleitet und stellt damit sicher, dass IT-Risiken kompatibel mit dem eingeführten ISMS erhoben, bewertet und behandelt werden. Ebenfalls zu den Maßnahmen gehören reguläre externe Tests, die automatische Überwachung von Applikationen und Systemen, um Angriffe frühzeitig erkennen zu können, größtmögliche Daten- und Betriebssicherheit am zentralen Rechenzentrumsstandort Nürnberg sowie fortlaufende Mitarbeiterschulungen, um das Bewusstsein für Datenschutz und Datensicherheit kontinuierlich zu verbessern. Jedoch können potenzielle Restrisiken aus der Informationstechnologie und ihren Anwendungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Alle oben erwähnten Maßnahmen sowie die IT-Strategie der GfK Gruppe und die konzernweiten IT-Sicherheitsmaßnahmen werden vom Global Head Information Technology verantwortet, der unmittelbar an den CEO berichtet. Sicherheitsbelange werden in Zusammenarbeit mit den IT-Sicherheitsspezialisten in den GfK-Gesellschaften im In- und Ausland geklärt. Fester Auftragsbestandteil von Internal Audit sind weiterhin Prüfungen im IT-Bereich, die durch IT-Spezialisten durchgeführt werden. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Aufgrund der bislang in wesentlichen Ländern erfolgreich durchgeführten Harmonisierung und des Roll-outs im Rahmen des Projekts REACH (Roll-out of Enterprise Applications and Content Harmonization) wurde das 2014 genannte Risiko der unzureichenden Interaktion anzubindender Systeme im abgelaufenen Geschäftsjahr aus dem Portfolio von GfK genommen. 

Risiken durch Transformation: Seit 2012 wird die Strategie „Own the Future“ erfolgreich vorangetrieben. Mit „Getting it Done“ war 2014 das Jahr der Umsetzung. Im Jahr 2015 wurde die Strategie um „Shape for Growth“ erweitert, um unseren Kunden einzigartige, relevante Markt- und Verbraucherinformationen, verknüpft mit dem Wissen aus zwei Sektoren, zu liefern. GfK konzentriert sich auf die digitalen Angebote und investiert erheblich in neue Technologien sowie neue Möglichkeiten, Daten miteinander zu verknüpfen und anzureichern. Risiken im Zuge dieses Transformationsprozesses entstehen hauptsächlich daraus, dass die sich durch die Strategie bietenden Chancen nicht vollständig genutzt werden. Durch die erfolgreichen globalen Maßnahmen, wie beispielsweise ein proaktives Change Management seitens des Vorstands, eine offene, globale Kommunikationspolitik, kontinuierliche, gezielte Personalentwicklungs- und Schulungsmaßnahmen, eine stetige Verbesserung des internationalen Netzwerks und die Fokussierung auf Mehrjahresverträge und relevante Märkte, konnte das Risiko im Vergleich zum Vorjahr in Bezug auf das Schadensausmaß gesenkt werden. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering. 

Risiken im Zusammenhang mit Produktmarkteinführungen: Als Full-Service-Dienstleister mit einem globalen Netzwerk und einem breiten Angebot an Studien und Analysen ist GfK hervorragend aufgestellt, um sowohl einem verschärften globalen Wett­bewerb in der Branche zu begegnen als auch von positiven Trends in den aufstrebenden Ländern zu profitieren. Zunehmende Globalisierung und Digitalisierung sowie veränderte Verhaltensweisen der Verbraucher steigern den Beratungsbedarf von Unternehmen hinsichtlich ihrer Marketingentscheidungen. So gewinnen Informationen zu Absatzpotenzialen eines Produkts oder Services in verschiedenen Märkten und Ländern zunehmend an Bedeutung. Denn erst das Erkennen von Zusammenhängen, Bedeutungen und Mustern, etwa zwischen Marketing und Technik, zwischen Medien und Werbung oder zwischen Planung und Marktdaten, macht große Datenmengen wertvoll und erlaubt Vorhersagemodelle, die die Geschäftserfolge der GfK-Kunden sichern. Gleichzeitig werden Kaufentscheidungen verstärkt unter Hinzuziehung neuer Medien und aufgrund ökologischer Aspekte getroffen. Die genannten Felder bergen gleichzeitig für GfK das Risiko, die gestiegenen Bedürfnisse hinsichtlich des Beratungs- und Verkaufsangebots nicht in ausreichendem Maß mit der richtigen „Commercial Excellence“ zu besetzen, die Marketingkampagnen nicht zielführend einzusetzen oder keine passenden Standardprodukte anbieten zu können, um seinen Kunden eine umfassende und optimale Entscheidungsgrundlage zu bieten. Hierbei ist es für GfK von großer Bedeutung, die Aufgaben innerhalb der Beratungsprojekte zu bündeln und eine gezielte Verkaufsabwicklung strategisch zu fokussieren. In diesem Zusammenhang werden die Mitarbeiter fortwährend in Bezug auf Neuerungen im Produkt- und Serviceportfolio geschult, um ihre Kompetenzen auszubauen. Durch eine Verbesserung im Rahmen der Absatzplanung können Produktmarkteinführungsprojekte transparent gesteuert und überwacht werden, um auf etwaige Verzögerungen rechtzeitig reagieren zu können. Auch die Bündelung von Aufgaben in den globalen Kompetenzzentren gehört hierzu. Die Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering. 

Risiken durch den technologischen Fortschritt: Im Vergleich zum Vorjahr wird dieses Risiko nicht mehr als mittelbar identifizierbares Risiko, sondern als unmittelbar identifiziertes Risiko eingeschätzt. Die eigenen GfK-Zahlen zeigen, dass rund um die Welt und rund um die Uhr Millionen von Endgeräten genutzt werden und neueste Netztechnologie als Standard gesetzt wird. Die zunehmende Digitalisierung, die Verbreitung des (mobilen) Internets und die Konvergenz von Anwendungsgeräten sorgen bei den Verbrauchern für veränderte Verhaltensweisen. So werden Kaufentscheidungen vermehrt aufgrund der Nutzung von mobilen Medien oder sozialen Netzwerken getroffen. Damit wandelt sich das Kaufverhalten weltweit. Die Zahl der Kontaktpunkte – also wo, wann und wie Unternehmen und Marken mit Kunden in Kontakt kommen – und die Art und Weise, wie Kaufentscheidungen getroffen werden, verändern sich pausenlos. Nach wie vor müssen Unternehmen ihre Kunden verstehen. Dies erfordert neue Methoden und Technologien, um Marktforschungsdaten im digitalen Zeitalter zu erheben. Dabei gelten die Neuentwicklungen innovativer Produkte und Services sowie neuer Marktforschungsmethoden für GfK als eine der wichtigsten Aufgaben. Risiken können darin gesehen werden, dass die technische Umsetzung entsprechender Produkte sowohl kostenseitig als auch den veränderten Marktbedingungen entsprechend nicht adäquat möglich ist, wie zum Beispiel anhand des Projekts Mobile Insight/Location Insight ersichtlich. Wie auch im Vorjahr sieht die GfK Gruppe als innovativer Konzern mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten derzeit keine substanziellen Risiken in Bezug auf größere, kostenintensive Innovationsprojekte. Mögliche Risiken solcher Projekte werden durch eine regelmäßige Berichterstattung und ein aktives Projektmanagement überwacht. Des Weiteren werden Mitarbeiter in Projektmanagement-/Verhandlungstrainings geschult, um den Kunden von GfK eine zuverlässige und hochwertige Beratung im Hinblick auf innovative Produkt- und Serviceneuheiten sowie Marktforschungsmethoden anbieten zu können. Das Risiko ist durch die genannten Gegenmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr gesunken: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Finanzielle Risiken

Währungsrisiken: Die GfK Gruppe ist als global agierender Konzern Währungsrisiken ausgesetzt.

Das translatorische Risiko resultiert aus der Umrechnung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der GfK-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums in die Berichtswährung Euro der GfK Gruppe. Ein Beispiel sind hier die Umbewertungseffekte aus Cashpool-Verbindlichkeiten der GfK SE in Fremd­währung (USD, GBP, CHF) gegenüber ihren Tochtergesellschaften, die das Finanzergebnis negativ beeinflussen können. Diese Translationseffekte werden nicht abgesichert und im sonstigen Ergebnis des Konzernabschlusses ausgewiesen. Beteiligungsbuchwerte werden derzeit nur in geringem Umfang durch sogenannte Natural Hedges abgesichert. Dies erfolgt mittels Finanzierung in der Währung der jeweiligen Gesellschaft, sodass die Effekte aus Fremdwährungsschwankungen reduziert werden können. Um in der Gewinn- und Verlustrechnung die Volatilität aus der Stichtagsbewertung der Fremdwährungsverbindlichkeiten und -forderungen zu begrenzen, wendet GfK für sie, wenn möglich, das Hedge Accounting nach den einschlägigen Vorschriften an. Risikobewertung nach beschriebenen Gegenmaßnahmen im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Eintrittswahrscheinlichkeit sehr wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Das transaktionsbezogene Risiko entsteht aus dem Absatz und dem Erwerb von Gütern und Dienstleistungen, die nicht in der Heimatwährung der jeweiligen GfK-Gesellschaft abgerechnet werden. Da aufgrund des hohen lokalen Wertschöpfungsanteils bei allen operativ tätigen GfK-Gesellschaften den Einnahmen in lokaler Währung zum größten Teil auch Ausgaben in derselben Währung gegenüberstehen, ist das operative Fremdwährungsrisiko in der GfK Gruppe begrenzt. Jedoch können Währungseffekte aufgrund von internen Weiterverrechnungen von internationalen Verträgen entstehen, die nur zum Teil abgesichert werden. Eine konzerninterne Richtlinie (F14 „Treasury Policy“) sieht vor, dass alle GfK-Gesellschaften ihre externen Fremdwährungsrisiken überwachen und Projekte in Fremdwährung ab einer bestimmten Größenordnung und Laufzeit sichern. GfK realisiert die konzerninternen Finanzierung in der Regel in der Heimatwährung der Tochtergesellschaft. Die daraus entstehenden Währungsrisiken werden durch Group Treasury zum Teil, wenn ökonomisch sinnvoll, mithilfe von Finanzinstrumenten zentral gesichert. Die Laufzeit der Sicherungsgeschäfte beträgt in der Regel nicht mehr als 18 Monate. Die sich kompensierenden Effekte des Grund­geschäfts und der Währungssicherung werden ergebniswirksam gebucht. Die Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen ist im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 ebenfalls unverändert: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Liquiditätsrisiken: Die Liquiditätsrisiken für die GfK Gruppe bestehen darin, dass sie möglicherweise ihren finanziellen Verpflichtungen, zum Beispiel der Tilgung von Finanzschulden oder den laufenden Kapitalerfordernissen der operativen Geschäftstätigkeit, nicht nachkommen kann. 

Die GfK SE hat im März 2015 den variablen Teil des Schuldscheindarlehens über 40 Millionen Euro gekündigt. Gleichzeitig wurde dieser Betrag durch ein neues Schuldscheindarlehen über 90 Millionen Euro mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren voll refinanziert. Daneben schloss die GfK SE im Jahr 2015 diverse bilaterale Bank- und Forward-Darlehen über 70 Millionen Euro (Laufzeit bis 2021) und ein neues Schuldscheindarlehen über 130 Millionen Euro mit einer Laufzeit von bis zu 12 Jahren ab. Die Auszahlungszeitpunkte dieser Finanzierungsinstrumente liegen im Februar und März 2016 und sind somit noch nicht in den Finanzverbindlichkeiten enthalten. Die Gelder aus den bilateralen Bankdarlehen und Schuldscheinen wurden zur Ablösung von kurzfristigen Bankdarlehen verwendet und dienen bereits als Refinanzierung unserer Unternehmensanleihe von ursprünglich 200 Millionen Euro. Im Mai 2015 wurde ein Teil der Anleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 13.883 Millionen Euro zurückgekauft. Durch die aufgeführten Transaktionen wird sich die Fälligkeitsstruktur der Finanzverbindlichkeiten erheblich verbessern und der zukünftige Zinsaufwand deutlich reduzieren. Die syndizierte Kreditlinie in Höhe von 200 Millionen Euro war zum Jahresende nicht beansprucht. Diese Kreditlinie wurde im letzten Jahr vorzeitig bis 2020 verlängert. Insgesamt bestehen am Bilanzstichtag nicht in Anspruch genommene Kreditlinien in Höhe von 286 Millionen Euro (2014: 280 Millionen Euro). Die genannten Finanzierungselemente und ein zum Stichtag vorhandener Zahlungsmittelbestand von 129 Millionen Euro (2014: 93 Millionen Euro) stellen die Liquidität des Konzerns sicher. Die in der syndizierten Kreditfazilität und in den Schuldscheindarlehen vereinbarten Covenants wurden für alle Berichtszeiträume im Jahr 2015 erfüllt. Ein Liquiditätsrisiko kann auch durch die Insolvenz von Finanzinstitutionen auftreten, mit denen GfK zusammenarbeitet. Dieses sogenannte Asset-Management- oder Market-to-Market-Risiko ist unter dieser Risikoposition ebenfalls subsummiert. Um diesem Risiko zu begegnen, werden Geldanlagen und derivative Geschäfte über 100.000 Euro nur mit Banken mit Investment Grade von mindestens BBB – abgeschlossen. Zur weiteren Risiko­minimierung wurde im Bereich Group Treasury ein Treasury Middle Office eingeführt. Der Fokus liegt hier auf der Trennung der nicht vereinbaren Aufgaben zwischen Systemadministration, Handel und Abwicklung bzw. Handel und Risikoüberwachung. Die Risikobewertung nach den beschriebenen Maßnahmen ist gegenüber dem Vorjahr hinsichtlich Schadensausmaß leicht gestiegen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Zinsrisiken: Zinsrisiken entstehen in der GfK Gruppe hauptsächlich bei Finanzverbindlichkeiten. Durch die Platzierung der GfK-Anleihe mit einem Zinssatz in Höhe von 5 Prozent, der bilateralen Festzinsdarlehen und des Schuldscheindarlehens hat die GfK SE zum Stichtag 31. Dezember 2015 rund 86 Prozent (2014: rund 90 Prozent) ihrer Finanzverbindlichkeiten durch Festzinsvereinbarungen gesichert. Zum Stichtag wiesen die Zinssicherungskontrakte saldiert einen negativen Marktwert von 171.000 Euro (2014: – 20.000 Euro) auf. Derivative Finanzgeschäfte und Anlagen der GfK SE werden nur mit namhaften in- und ausländischen Banken mit einem Investment Grade abgeschlossen. Ferner wird ein mögliches Ausfallrisiko durch Verteilung der Geschäfte auf mehrere Banken reduziert. Zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken eines konzerninternen Fremdwährungsdarlehens in US-Dollar einer Tochter in Brasilien wurde 2014 ein Cross-Currency Interest Rate Swap abgeschlossen. Zum Stichtag wurde dieses Derivat mit einem positiven Marktwert in Höhe von circa 4,8 Millionen Euro bewertet. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen unverändert gegenüber dem Vorjahr: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Steuerliche Risiken: Naturgemäß ergeben sich aus der Leistungsverrechnung und der steuerlichen Optimierung der Konzernstruktur in einem internationalen Konzern steuerliche Prüfungsrisiken. Mit der Einführung der Konzernrichtlinie F21 „Transfer Pricing Guideline“ mit Wirkung zum 1. Januar 2014 wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Verrechnungspreisbildung und Dokumentation für alle relevanten Geschäftsvorfälle unternommen. Weitere Maßnahmen im Jahr 2015 waren die Entwicklung einer Tax-Compliance-Organisation mit Etablierung von Prozessen und Kontrollen. Daher hat sich die Eintrittswahrscheinlichkeit gegenüber dem Vorjahr leicht gesenkt. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering. 

Operative Risiken

Kontinuität der IT-Systeme: Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch eine Vielzahl von Transformationsprozessen, durch die Zentralisierung der IT-Systeme und durch eine verstärkte Nutzung der weltweiten IT-Infrastruktur unter anderem bestehende Systeme stark modifiziert, erweitert und verändert, um den globalen Anforderungen gerecht zu werden. Die Zentralisierung an sich bedeutet noch keine Erhöhung der Eintrittswahrscheinlichkeit für Ausfallrisiken, jedoch ein erhöhtes Schadensausmaß im Falle eines Ausfalls. Umso wichtiger ist eine schnelle Behebung solcher Störungen innerhalb der involvierten Systeme. Denn durch die Zentralisierung wären nicht nur einzelne GfK-Gesellschaften, sondern möglicherweise auch Teile des GfK-Konzerns beeinflusst. Sollten zum Beispiel die wichtigsten Business-Applikationen von GfK oder die zugrunde liegende Infrastruktur von einem kompletten Systemausfall für mehrere Tage betroffen sein (dies kann auch durch Feuer oder Stromunterbrechungen verursacht sein), könnte dies zu substanziellen Einbußen beim Umsatz führen, Schadensersatzansprüche von Kunden nach sich ziehen oder die Reputation von GfK beeinträchtigen. Um einem IT-Systemausfall vorzubeugen, werden kritische Komponenten hinsichtlich ihrer Verfügbarkeit zusammengefasst, sodass eine ausfallende Kom­ponente durch andere Komponenten ersetzt werden kann.

Im Geschäftsjahr 2015 wurde die regelmäßige Prüfung der Back-up-Prozesse verstärkt und Risikobewertungen durch­geführt, um Schwachstellen in der Infrastruktur zu erkennen. Des Weiteren wurde das Lebenszyklusmanagement für die globalen Anwendungen ausgebaut und es wurden Notfallprozeduren erstellt sowie Maßnahmen ergriffen, um Denial-of-Service-Attacken zu verhindern, die die Verfügbarkeit von Services im Internet für bestimmte Zeiträume blockieren könnten. 

Durch die verstärkte Nutzung von strategischen Anbietern mit globaler Präsenz umfasst dieses Risiko auch die Abhängigkeit von Drittsystemen, wie zum Beispiel von Telefon- und Netzwerk­anbietern, Cloud-Service- und Softwareanbietern. Die Maßnahmen auf der Einkaufsseite beziehen sich auf die Verbesserung und Standardisierung der Einkaufsprozesse mit Marktbeobachtung und die verbesserte Auswahl und Bindung von Service Providern.

Um das Schadensausmaß durch Feuer oder Stromunterbrechungen zu reduzieren, wurden entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Auch Schulungen von Mitarbeitern zum Bewusstsein für Gefahrensituationen (beispielsweise Feuerausbruch) sowie die Benutzung der Vereinzelungsanlagen und der neuen Sicherheitssysteme an Eingangstüren etc. wurden 2014/2015 durch- und eingeführt. 

Trotz aller genannten Maßnahmen ist das Risiko im Schadens­ausmaß gegenüber dem Vorjahr als sehr hoch einzustufen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß sehr hoch (über 30 Millionen Euro).

Risiken im Zusammenhang mit Produktgruppen: GfK erfasst nicht nur jeden Tag Millionen von Daten in unterschiedlichsten Bereichen und Dimensionen aus unterschiedlichsten Quellen, sie bietet ihren Kunden auch weltweit die umfassende kontinuierliche Messung von Marktgrößen und -trends und zeichnet sich insbesondere durch das globale Netzwerk sowie einen großen eigenen Datenbestand aus. Auch das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 stand unter dem Ziel, das Geschäft im Media-Measurement-

Bereich zur Messung von Reichweiten bei TV, Radio, Printmedien sowie crossmedial weiter auszubauen. Media Measurement bietet mithilfe neuartiger Technologien Informationsservices zu Reichweiten, Intensität und Art der Nutzung von Medien und Medienangeboten, umfassende Einblicke in den Medienkonsum eines dynamisch geprägten Medienmarkts und Informationen zu ihrer Akzeptanz in verschiedenen Ländern. Jedes neue, im Aufbau eines Media-Measurement-Systems befindliche Land bringt andere technische Voraussetzungen und Anforderungen mit. Zudem ist die wirtschaftliche und politische Entwicklung in einigen Regionen nur schwer vorhersehbar. Daraus können sich unter anderem auch Risiken aus Reputationsverlust ergeben. Ein weiteres Risiko kann auch in der potenziellen Nichtgewinnung zusätzlicher Fernseh­anstalten gesehen werden. Durch ein striktes Projekt- und Ressourcen­management mit wöchentlichen Statusreports des lokalen Managements in der Berichtslinie zum Global Head of Media Measurement, zusätzlichen Support auf Management-, Projekt- und operativer Ebene sowie intensiveren Fokus auf Prozessen zur Datenqualitätsprüfung können diese Risiken vermindert werden. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen unverändert zum Vorjahr: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Datenqualitätsrisiken: GfK verfügt über langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten. Mithilfe innovativer Technologien und wissenschaftlicher Verfahren generiert GfK aus großen Datenmengen intelligente Informationen, um seinen Kunden zuverlässige und relevante Markt- und Verbraucherinformationen zur Verfügung zu stellen. Dabei wertet GfK zum einen Daten aus einem der weltweit größten Händlernetzwerke aus, zum anderen werden die Ergebnisse aus Ad-hoc-Studien und Verbraucher­panels analysiert, um darauf aufbauend ein Gesamtbild des Marktes entwickeln zu können. Da gewisse Rest­risiken hinsichtlich der Datenqualität – durch technische oder menschliche Fehler – insbesondere bei der Datenbeschaffung, der Datenverarbeitung wie auch bei der Auswertung und Analyse von Daten nicht vollständig ausgeschlossen werden können, sind sie auch eng mit einem möglichen Reputationsrisiko für GfK verzahnt. Ursächlich hierfür können Systemfehler, Prozess­änderungen oder bestimmte Datenkonstellationen sein, die zu falschen Informations- und Beratungsservices führen würden. Vorbeugend werden daher systemrelevante Checkalgorithmen angewendet und automatische Qualitätskontrollen durchgeführt sowie die laufenden Qualitätsmaßnahmen und Auditierungsprozesse ständig verbessert. Des Weiteren werden Qualitätschecks bei Lieferanten durchgeführt sowie die regionalen Coding Hubs weiter ausgebaut. Zudem wurde das Qualitätsprogramm „Innovating our Core“ 2015 neu eingeführt. Auch durch Trainings sowie Verbesserungen in der Beschaffung kann dem Risiko proaktiv begegnet werden. Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko in der Eintrittswahrscheinlichkeit leicht gestiegen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Datenbeschaffungsrisiken: Damit GfK ihren Kunden weltweit wichtige Erkenntnisse über lokale Märkte in über 100 Ländern liefern kann, erhebt GfK kontinuierlich von Groß- und Einzelhandelsunternehmen sowie von Panel- und Stichprobenteilnehmern Daten zu deren Absatzentwicklung und Kaufentscheidungen sowie zur Radio- und Fernsehnutzung. Unverändert gegenüber dem Vorjahr sieht GfK ein immanentes Risiko darin, dass diese Datenlieferanten unter anderem aufgrund von datenschutzrechtlichen Bedenken nicht mehr bereit sind, Daten zur Verfügung zu stellen, und es GfK nicht möglich ist, sie adäquat zu ersetzen. Durch die Nutzung alternativer Rekrutierungskanäle (zum Beispiel durch die Kooperation mit Agenturen zur Felderhebung), eine ständige Optimierung in Bezug auf die Rekrutierung der Panelteilnehmer und die Erforschung neuer Techniken zur Daten­erhebung wurden entsprechende Notfallkonzepte entwickelt. Gegenüber dem Vorjahr sieht GfK – trotz der eingeleiteten Maßnahmen – das Risiko hinsichtlich des Schadensausmaßes als leicht gestiegen an, wohingegen die Eintrittswahrscheinlichkeit unverändert bleibt. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit dem Datenschutz: Insbesondere wegen Inkonsistenzen in den gesetzlichen Anforderungen in einigen Ländern wie zum Beispiel Russland und den USA (Safe Harbor), hat das Risiko durch eine gestiegene öffentliche Wahrnehmung und Sensibilität hinsichtlich Datenschutz und Datensicherheit für GfK – wie im Vorjahr – höchste Priorität. Um das Bewusstsein hinsichtlich der Themen in Bezug auf Compliance und Datenschutz weiter auszubauen, ist im GfK-Intranet (gNet) allen Mitarbeitern ein CEO Webcast zugänglich, der zu diesen Themen den „Tone from the Top“ verdeutlicht. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 wurden gezielt interne Schulungsmaßnahmen durchgeführt. Außerdem wurden im Jahr 2013 die internen Richtlinien zum Datenschutz und die Standesrichtlinien deutlich erweitert. Weitere Maßnahmen sind die Prozessdefinition für die Anwendung von Cloud-Systemen, der kontinuierliche Ausbau der IT-Architektur und des Datenmanagements, die konsequente Überwachung rechtlicher Veränderungen und die Durchführung interner Audits. Ein gewisses Restrisiko möglicher Verletzungen ist jedoch nicht gänzlich auszuschließen. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Eintrittswahrscheinlichkeit erhöht, wohingegen das Schadensausmaß gesunken ist. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadens­ausmaß gering.

Risiken im Zusammenhang mit Desinvestitionsprojekten: Das Risiko im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen aus dem Geschäftsjahr 2014 wurde durch das Risiko aus Desinvestitionsprojekten ergänzt und im Vergleich zum Vorjahr entsprechend umbenannt. Nach wie vor unterliegt die Marktforschungsbranche einem zunehmenden Wettbewerbsdruck sowie einer Preissensitivität für ihre Dienstleitungen. Durch die Verbesserung und den weiteren Ausbau der Produktivitätsprogramme, hierzu zählen neben Restrukturierungs- auch Desinvestitionsprojekte, soll die Wettbewerbsfähigkeit von GfK weiter gefestigt und gesteigert werden. Risiken im Bereich von Desinvestitionsprojekten betreffen zurzeit vorwiegend den Sektor Consumer Choices und sind in der Auswahl geeigneter potenzieller Käufer oder der Ausübung alternativer Exit-Strategien in einem vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen zu sehen. Durch weitere Produktivitätsmaßnahmen im Einkauf, Schaffung globaler Service Center in bestimmten Regionen, Restrukturierung nicht profitabler Einheiten, Initiativen zur Erhöhung der Datenqualität und Margenverbesserung sowie durch Personalanpassungen kann diesem Risiko begegnet werden. Gegenüber dem Vorjahr wurde daher das Schadensausmaß gesenkt. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Marktrisiken

Wettbewerbsrisiken: Unter Wettbewerbsrisiken wird eine weitere Zunahme des Wettbewerbs in der Marktforschungsbranche verstanden. Sie wird durch eine vereinfachte Handhabung großer Datenmengen sowie durch eine leichtere und schnellere Datenbeschaffung, auch mittels Kooperationen, hervorgerufen. Zudem wird dies durch den Eintritt lokaler Marktforschungsunternehmen und einzelner spezialisierter Nischenanbieter verstärkt. Eng verbunden mit den oben genannten Rahmenbedingungen unter den Absatzmarktrisiken ist auch ein gestiegener Preisdruck durch einen sich intensivierenden Wettbewerb zu erkennen. Darüber hinaus gibt es einen anhaltenden Wettbewerb um die Marktforschungsbudgets von weltweit agierenden Großkonzernen. Auch das Risiko, generierte Effizienzen, beispielsweise durch Kosteneinsparungen, aufgrund des Preisdrucks direkt an die Kunden von GfK weitergeben zu müssen, ist hierunter subsummiert. GfK hat sich als qualitativ hochwertiges, mit einheitlichen Methoden global agierendes Marktforschungsunternehmen positioniert. GfK sieht so die Möglichkeit, durch die Nutzung eines globalen Netzwerks und den weiteren Ausbau von zukunftsorientierten Innovationsprojekten den Kunden einen sehr hohen Mehrwert bieten zu können und sich dadurch gegenüber seinen Konkurrenten klar und erfolgreich zu differenzieren. Als weitere Maßnahme, um dem Risiko zu begegnen, verstärkt GfK den Ausbau des Vertrags­managements hin zu Rahmenverträgen. Auch Wettbewerbsanalysen, Verhandlungstrainings sowie eine schnellere Datenlieferung und verbesserte Visualisierung ermöglichen es GfK, dem Risiko aktiv zu begegnen. Aufgrund der eingeleiteten Kosteneinsparmaßnahmen ist GfK zusätzlich gut gewappnet, um bei den vorherrschenden Wettbewerbsbedingungen und angesichts aggressiver Preisstrategien von Konkurrenten auch weiterhin erfolgreich zu sein. Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko daher unverändert nach Gegenmaßnahmen mit Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich und potenziellem Schadensausmaß mittel zu bewerten.

Legal- und Compliance-Risiken

Compliance-Risiken: Im Rahmen des implementierten Chancen- und Risikomanagementsystems sowie des internen Kontrollsystems wird fortlaufend überwacht, ob zusätzlich Risiken auftreten, die gegebenenfalls Gegenmaßnahmen erforderlich machen. Obwohl fest verankerte Unternehmensleitlinien (Code of Conduct, Corporate Values) und interne Richtlinien eingeführt sind, bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen, dass einzelne GfK-Mitarbeiter diese Regelwerke missachten bzw. nicht vollständig umsetzen. Risiken aus Compliance können sich aus Verstößen gegen Unternehmensrichtlinien und kriminellem Verhalten ergeben. GfK ist sich dieses Risikos bewusst und hat diverse Maßnahmen, beispielsweise kontinuierliche Mitarbeiterschulungen sowie regel­mäßig stattfindende Internal Audits, eingeleitet bzw. durchgeführt. Zur weiteren Sensibilisierung aller Mitarbeiter in Bezug auf integres Verhalten und Compliance ist 2015 ein umfangreiches, für alle Mitarbeiter verpflichtendes Online-Training mit anschließender Beantwortung eines Fragenkatalogs durchgeführt worden. Diese E-Learning-Plattform betraf zunächst den Code of Conduct und wird in den Folgejahren um wesentliche Konzernrichtlinien erweitert. Zusätzlich unterstützt die Einführung neuer bzw. die Überprüfung und Anpassung laufender Prozesse die frühzeitige Identifikation von Compliance-Risiken. Durch erfolgreich implementierte Gegenmaßnahmen konnte das Risiko gegenüber dem Vorjahr in Bezug auf das Schadensausmaß gesenkt werden. Risiko­bewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß hoch.

Weitere Risiken

Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Vertragsstrafen sowie Haftungen: Dieses Risiko wurde im abgelaufenen Geschäftsjahr neu in das Risikoportfolio der GfK Gruppe aufgenommen und beinhaltet die nicht vertragsgemäße Erfüllung von Kundenverträgen und daraus resultierende Vertragsstrafen und Haftungen. Gründe hierfür können vielfältig sein. Eine Gegenmaßnahme ist zum Beispiel – sofern möglich – die Verhandlung von geringeren Vertragsstrafen. Das Risiko nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich (gegen null tendierend), potenzielles Schadensausmaß aber sehr hoch (größer als 30 Millionen Euro). 

Rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Scheinselbstständigkeit von Freelancern und Interviewern: Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde, wie im Jahr 2014, das Thema „Scheinselbstständigkeit“ diskutiert. Hierunter ist das Risiko zu verstehen, dass für GfK tätige Interviewer und sonstige Freiberufler als abhängig Beschäftigte eingestuft werden müssen und dadurch zusätzliche Beschäftigungsnebenkosten entstehen. GfK nutzt Freelancer zum Beispiel für die Ausführung von diversen Interviews. Sozialversicherungsbehörden haben in den letzten Jahren verstärkt damit begonnen, Freelancer und sonstige Freiberufler im Hinblick auf abhängige Beschäftigung zu überprüfen. GfK prüft Dienstverhältnisse kontinuierlich und achtet auf die Einhaltung der gesetz­lichen Bestimmungen. In verschiedenen Ländern ist GfK hierzu an recht­lichen Verfahren beteiligt. Dementsprechend wurden geeignete Vorkehrungen getroffen, um dem Risiko in diesen und weiteren Ländern proaktiv zu begegnen. Zusätzlich werden bei neuen Projekten, in denen Freelancer eingesetzt werden, interne Prozesse und Verträge an den gesetzlichen Erfordernissen ausgerichtet, sodass mögliche sich ergebende steuer- und sozialversicherungspflichtige Risiken minimiert werden können und den jeweiligen Ländern mit ihren Sozialversicherungsgesetzgebungen entsprochen werden kann. Hinzu kommt auch die verstärkte Beauftragung von Serviceagenturen. Risiken aus Schadensfällen und Haftungs­fragen sind entweder durch lokale oder durch konzernweit geltende Versicherungen abgesichert oder es wurde über Rückstellungen entsprechende Vorsorge getroffen, wobei potenzielle Restrisiken nicht gänzlich auszuschließen sind. Trotz der Implementierung von geeigneten Maßnahmen sieht GfK das Risiko unverändert gegenüber dem Vorjahr. Risikobewertung nach Implementierung länderspezifischer Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

11.2.2 Mittelbar identifizierte Risiken

Innerhalb der GfK Gruppe wurden die nachfolgenden mittelbaren Risiken identifiziert, deren Auswirkungen ab dem Geschäftsjahr 2016 erstmalig auftreten können. Die dargestellte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Risikokategorien folgt zunächst der Einschätzung des potenziellen Schadensausmaßes, dann der Bewertung der Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Darstellung liefert dadurch einen Hinweis auf die Beurteilung des einzelnen Risikos für die GfK Gruppe.

Bewertung der Risikosituation nach Gegenmaßnahmen (mittelbar identifizierte Risiken)

 

Strategische Risiken

Risiken in Zusammenhang mit sektorübergreifenden Initiativen: Der Erfolg neuer, sektorübergreifender Initiativen, beispielsweise einer Erweiterung des digitalen Produkt- und Serviceportfolios, ist abhängig von einer erfolgreichen Zusammenarbeit auf Sektoren- und Regionenebene sowie dem effizienten Austausch und der richtigen Zusammensetzung von Kompetenzen innerhalb der GfK Gruppe. Dadurch verspricht sich der Konzern Synergieeffekte bei gleichzeitiger Ausweitung der globalen Kooperation innerhalb des GfK-Netzwerks. Risiken können hier in der Nichterreichung gesetzter finanzieller sowie terminlicher Ziele oder der nicht geeigneten Zusammensetzung der Kompetenzen innerhalb von GfK entstehen. Um diesem Risiko, die genannten Potenziale und gesetzten Ziele nicht in vollem Umfang generieren zu können, zu begegnen, wurden verstärkt Maßnahmen zur Risikovermeidung bzw. -minimierung ergriffen. Beispielsweise wurde die erfolgreiche Zusammenarbeit des sektorenübergreifend entwickelten Produkts GfK Crossmedia Link weiter vorangetrieben und ist Maßstab für weitere Projekte. GfK Crossmedia Link ist ein globales Single-Source Panel, das beispielsweise das Verbraucherverhalten über verschiedene Medien wie TV, PC, Tablet oder Smartphone misst. Aufgrund der eingeführten Gegenmaßnahmen konnte das Risiko im Vergleich zum Vorjahr weiter gesenkt werden. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß gering.

Finanzielle Risiken

Finanzwirtschaftliche Risiken: Eine Refinanzierung am Kapitalmarkt stellt für die GfK SE eine sehr wichtige Maßnahme dar, die jedoch auch risikoträchtig ist. Die Gesellschaft hält sich an die Vorschriften zum Insiderhandelsverbot sowie an diverse Anzeige- und Mitteilungspflichten, um einen generellen Reputationsverlust und damit eine mögliche Beeinträchtigung des Börsenkurses zu vermeiden. Dies beinhaltet auch eine effiziente, an Investoren- und Analysteninteressen ausgerichtete Kommunikation mit dem Ziel, das Vertrauen von Investoren, insbesondere durch dauerhafte Transparenz, zu fördern. Daneben wird das Risiko der Abhängigkeit (Refinanzierungsrisiko) von einer Investorengruppe durch Diversifikation der Finanzierungsinstrumente minimiert. Außerdem wurden im abgelaufenen Wirtschaftsjahr Kreditverträge zu verbesserten Konditionen verhandelt. Der derzeitige Investorenkreis von GfK umfasst neben dem Mehrheitsaktionär eine Vielzahl von nationalen und internationalen Banken (Bankensyndikat) sowie eine Vielzahl von Schuldscheininvestoren, die nicht nur dem Bankensektor zuzuordnen sind (zum Beispiel Versicherungen, Pensionskassen). Gegenüber dem Vorjahr ist das Risiko im potenziellen Schadensausmaß leicht gestiegen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Operative Risiken

Anpassung des Kompetenzportfolios: In einer Zeit, in der verschiedenste Daten auf immer schnelleren Entscheidungsbedarf unserer Kunden treffen, nutzen bestehende wie neue Anbieter die Möglichkeiten der Digitalisierung und Globalisierung. Dieser Wandel in der Marktforschungsbranche bringt neue Anforderungen hinsichtlich Methoden und Technologien zur Erhebung von Marktforschungsdaten mit sich. Um den sich ändernden Anforderungen gerecht zu werden und die sich daraus ergebenden Wachstumspotenziale in vollem Umfang für sich nutzen zu können, muss GfK umfassend Kompetenzen bei den Mitarbeitern auf- und ausbauen. Auch ist eine entsprechende erfolgreiche Anpassung der zugrunde liegenden organisatorischen Struktur, insbesondere in Führungsfunktionen, nötig. Diesem Risiko begegnet die GfK Gruppe, indem global integrierte Mitarbeiterstrategien definiert und umgesetzt werden. Durch kontinuierliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote werden Kompetenzen der Mitarbeiter laufend an den technologischen Fortschritt angepasst und die Mitarbeiter mit Innovationen vertraut gemacht. Dabei wird insbesondere auch Wert darauf gelegt, die richtigen Talente für verschiedenste neue Portfolioeinsatzbereiche zu identifizieren, zu gewinnen und sie entsprechend zu fördern. Es werden attraktive Karrierepfade entwickelt, und das Qualifizierungs-und Weiterbildungsangebot wird stetig ausgebaut. Sollten jedoch Talente nicht in ausreichendem Maß für GfK rekrutierbar sein, kann auch das Eingehen von Partnerschaften oder die Auslagerung firmeneigener Dienste in Erwägung gezogen werden, um dem Risiko entsprechend zu begegnen Die Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert: Eintrittswahrscheinlichkeit eher unwahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

Marktrisiken

Risiken im Zusammenhang mit Absatzmarktkonsolidierungen: Mit einem Anteil der zehn größten Kunden am Konzernumsatz von rund 16 Prozent (Vorjahr: 15 Prozent) ist die Abhängigkeit von GfK von einzelnen Großkunden auf Gruppenebene weiterhin vergleichsweise gering. Jedoch besteht diese Abhängigkeit in einigen Ländern. Zusätzlich ist mit einem weiteren Konsolidierungsprozess auf Kundenseite zu rechnen, wodurch einzelne Marktforschungsbudgets zusammengeführt und in Summe gekürzt werden können. Um diesem Risiko zu begegnen, hat GfK im abgelaufenen Geschäftsjahr die langjährigen Großkundenbeziehungen durch die Etablierung von Key-Account-Managern und durch ein kontinuierliches Kundenbeziehungsmanagement weiter ausgebaut und gestärkt. Dies auch vor dem Hintergrund einer zusätzlichen Forcierung der neuen, hochwertigen Produkt- und Serviceportfolios sowie der Generierung neuer Geschäftsfelder als Werttreiber für die Kunden. Daher wurde das Risiko aus GfK-Sicht mit einem höheren Schadensausmaß gegenüber dem Vorjahr bewertet. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen: Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel. 

Absatzmarktrisiken: Dieses Risiko resultiert aus der Reduktion von Marktforschungsbudgets der Kunden von GfK aufgrund ökonomischer oder makroökonomischer Entwicklungen und aufgrund von technischen Veränderungen im Hinblick auf die Digitalisierung und damit verbundene niedrigere Markteintrittsbarrieren, insbesondere für branchenfremde Wettbewerber. Zwar ist in der Vergangenheit die Marktforschungsbranche der weltwirtschaftlichen Entwicklung nahezu gefolgt, das Risiko einer erneuten Weltwirtschaftskrise wie 2008/2009 oder eines Auseinanderbrechens des Euroraumes kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Sollte es in solch einem, wenn auch unwahrscheinlichen Szenario zu einer deutlichen Verschlechterung der Weltwirtschaftslage mit starken Auswirkungen auf das Geschäft von GfK-Kunden kommen, hätte dies auch Auswirkungen für GfK. Daneben sehen sich einige Kunden aufgrund der gegenwärtig von Unsicherheit geprägten makroökonomischen Rahmenbedingungen in wesentlichen Exportmärkten dazu gezwungen, Kosteneinsparungsprogramme umzusetzen und Marktforschungsbudgets zu kürzen. Mit einem innovativen, auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Produkt- und Serviceportfolio begegnet GfK diesem Risiko, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kunden von GfK zu steigern. Wie im Vorjahr wurden innovative Produkte, das Angebot von einzelnen Modulen sowie das Kundenbeziehungsmanagement und die Datenqualitätssicherung stetig verbessert und Kosteneinsparungsprogramme fortgesetzt. Daher ist dieses Risiko im Vergleich zum Vorjahr nicht mehr als unmittelbares, sondern als mittelbar identifiziertes Risiko einzustufen. Risikobewertung nach Gegenmaßnahmen (keine Veränderung gegenüber dem Geschäftsjahr 2014): Eintrittswahrscheinlichkeit wahrscheinlich, potenzielles Schadensausmaß mittel.

11.2.3 Mittelbar und unmittelbar identifizierte Chancen

Innerhalb der GfK Gruppe wurden die nachfolgenden mittelbaren und unmittelbaren Chancen identifiziert. Die dargestellte Reihenfolge innerhalb der einzelnen Chancenkategorien folgt der Einschätzung des Chancenpotenzials. Die Darstellung liefert dadurch einen Hinweis auf die Beurteilung der einzelnen Chance für die GfK Gruppe. Die identifizierten Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklungen wurden kategorisiert und gruppiert. Abgeleitet aus dem möglichen Einfluss auf das angepasste operative Ergebnis ergibt sich die Bedeutung der einzelnen Chancen und Risiken, eingeteilt in vier Klassen: niedrig, mittel, hoch und sehr hoch (I–IV). Kategorisiert wurden die einzelnen Chancen und Risiken nach sieben verschiedenen Bereichen.

Chancen- und Risikoprofil der GfK-Gruppe

 

Makroökonomisches Umfeld

Chancen im Zusammenhang mit der konjunkturellen Entwicklung: Wie im Kapitel 11.2.1 „Unmittelbar identifizierte Risiken“ erläutert, ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von einer leichten Erholung großer Volkswirtschaften auszugehen. Für Deutschland wird derzeit ein moderates Wachstum prognostiziert, wohingegen für Länder wie Frankreich, Italien und Spanien stärkeres Wachstum gesehen wird. Hieraus können sich für GfK aufgrund der globalen Aufstellung und des sehr hohen Diversifizierungsgrades potenzielle Chancen ergeben. Sollte zudem das Weltwirtschaftswachstum 2016 über die derzeitige Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) von 3,4 Prozent steigen, sind hieraus zusätzliche Chancen für das Geschäft von GfK zu erwarten. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten mit einem möglichen, mittleren positiven Chancenpotenzial.

Strategische Entwicklung

Expansionspotenzial des Produkt- und Serviceportfolios: Die zunehmende Digitalisierung, die stetige Verbreitung des (mobilen) Internets und die Konvergenz von Anwendungsgeräten beeinflussen die Verhaltensweisen der Verbraucher. Damit wandelt sich das Kaufverhalten weltweit. Aber auch schnellere Entwicklungsmöglichkeiten und Verfügbarkeit von Daten stellen die Marktforschungsbranche immer wieder vor neue Herausforderungen, die gleichwohl Chancen sein können. Dabei gilt die Neuentwicklung innovativer Produkte und Services und neuer Marktforschungsmethoden für GfK als eine der wichtigsten Aufgaben. Daneben setzt GfK auf die konsequente Fokussierung zur Steigerung von Effizienzen, auf eine verbesserte strategische Preisgestaltung und verstärkte Weiterentwicklungen im Point-of-Sales-Measurement-Geschäft. Im Zusammenhang mit Expansionspotenzialen können zudem durch eine erhöhte Innovationsfähigkeit im Roll-out von sektorenübergreifenden Produkten, wie zum Beispiel GfK Crossmedia Link, zusätzliche Potenziale am Markt generiert werden. Chancenbewertung unverändert gegenüber dem Vorjahr: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten mit einem möglicherweise mittleren positiven Chancenpotenzial.

Sektorübergreifende Zusammenarbeit: Durch eine Intensivierung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Consumer Experiences und Consumer Choices sieht GfK mittelfristig eine zusätzliche Chance, Umsatzpotenziale zu erschließen und Synergieeffekte zu nutzen. Eine enge Kooperation und ein erfolgreicher Austausch zwischen den Bereichen sowie die richtige Zusammensetzung von Kompetenzen innerhalb dieser Projekte sollen das Angebot aufeinander abgestimmter Lösungskonzepte aus einem Leistungsportfolio sicherstellen. Eine ständige Verfeinerung des Angebots, moderne Forschungsmethoden sowie langfristige Kundenbeziehungen stellen dabei eine solide Basis für den Erfolg dar. Dies wird ergänzt durch wertvolle Datenbanken und umfangreiche, qualitativ hochwertige Panels. Aktuelle Beispiele für die erfolgreiche, sektorenübergreifende Zusammenarbeit mit anschließender Markteinführung sind GfK Experience Effects on Demand, GfK Brand Vivo on Demand und die Einführung von GfK Crossmedia Link in weiteren Ländern wie Italien und den Niederlanden. Chancenbewertung: Im Vergleich zum Vorjahr wurde diese Chance als mittelbar, anstatt unmittelbar, eingestuft, das positive Chancenpotenzial dieser Geschäftsmöglichkeit ist von mittel auf gering gesunken. 

Ausbau der Geschäftsposition: GfK investiert erheblich in neue, digitale Technologien und neue Möglichkeiten, Daten miteinander zu verknüpfen und anzureichern. Mithilfe von neu entwickelten Methoden und Technologien können große Datenmengen aus unterschiedlichsten Quellen analysiert werden. Im Vergleich zum Vorjahr sieht GfK auch weiterhin eine Chance darin, überzeugende Angebote und Dienstleistungen auf Basis einer umfassenden Innovationsoffensive anzubieten. Die sich bietenden künftigen Potenziale aus den neuen technischen Möglichkeiten sollen durch die kontinuierliche Ausweitung der Datenverarbeitungsprozesse am Markt und die Nutzung eines globalen Netzwerkes konsequent genutzt werden, wodurch sich GfK gegenüber seinen Konkurrenten klar und erfolgreich differenzieren möchte und zudem die Kundenbindung verstärkt werden soll. Durch einen gezielten Ausbau des Geschäfts und einen schnelleren Roll-out von Produkten in vielversprechenden Wachstumsregionen sieht der Konzern unmittelbar eine Chance, die Geschäftsposition weiter auszubauen. Speziell in Ländern mit hoher Marktbedeutung und attraktiven Wachstumsperspektiven in Lateinamerika, Asien und dem pazifischen Raum sowie Afrika und Osteuropa soll das Geschäft weiter gestärkt und das Produktportfolio ausgebaut werden Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem mittleren positiven Chancenpotenzial.

Commercial Excellence – Rolle der Marktforschungsbranche: Durch ein globales und digitales Marktumfeld ergeben sich Potenziale für die künftige Rolle der Marktforschungsindustrie. Diese Chance ist im Vergleich zum Vorjahr nach wie vor im Chancenpotenzial von GfK. Insbesondere durch die Nutzung und den Ausbau von Datenfusionssystemen und die Verbindung dieser Daten mit unterschiedlichen Medienmessungen, vor allem in Echtzeit, eröffnen sich neue Möglichkeiten. So kann die Marktforschung als zuverlässiger Partner und Lieferant von hochwertigen Verbraucherinformationen eine noch größere Bedeutung für ihre Kunden darstellen. Um GfK als führendes Marktforschungsunternehmen weiter etablieren zu können, wird der Ausbau der Commercial Excellence konsequent vorangetrieben. Hier zählen zu den Schwerpunkten die Identifikation von weiteren Wachstumsfeldern, Maßnahmen zur Optimierung des Ressourceneinsatzes, Maßnahmen zur Gestaltung effizienterer Prozesse sowie die Weiterentwicklung von Abwicklungs- und Steuerungstools. Chancenbewertung: mittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem hohen positiven Chancenpotenzial.

Finanzielle Einflüsse

Währungsschwankungen – translatorische Chance: Als global agierender Konzern ist die GfK Gruppe Währungsschwankungen ausgesetzt. Durch das Aufwärtspotenzial der translatorischen Wechselkurseffekte ergibt sich für GfK eine mögliche Chance. Sie resultiert aus der Umrechnung von Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung der GfK-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums in die Berichtswährung Euro der GfK Gruppe. Die Chance wurde für das Geschäftsjahr 2015 neu in das Chancenportfolio für GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem mittleren positiven Chancenpotenzial.

Finanzielle Chance – Zinssatz: Durch die Ablösung des Corporate Bond mit Zinssatz in Höhe von 5 Prozent und den Abschluss von Darlehen mit niedrigerem Zinssatz sieht GfK eine unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit mit mittlerem Chancenpotenzial. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. 

Steueroptimierung: Auch weiterhin sieht GfK Steueroptimierungspotenziale, weshalb fortlaufend Möglichkeiten zur Verbesserung der Steuerstruktur geprüft werden, um entsprechende Maßnahmen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten zu initiieren. Die Prüfung der Möglichkeiten erfolgt über ein laufendes Monitoring des globalen und lokalen rechtlichen Umfelds und die Adaption an GfK-Verhältnisse. Chancenbewertung unverändert gegenüber dem Vorjahr: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial.

Operative Entwicklung

Chancen in Zusammenhang mit Produktgruppen: Auch das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 stand unter dem Ziel, das Geschäft im Media-Measurement-Bereich zur Messung von Reichweiten bei TV, Radio und Printmedien sowie crossmedial weiter auszubauen. Traditionell ist die Fernseh- und Radioforschung von langfristigen Kundenaufträgen geprägt. Durch die intensive langjährige Zusammenarbeit mit Auftraggebern konnte spezifisches Wissen aufgebaut werden. GfK sieht die Wettbewerbsfähigkeit des Produkts der Reichweitenmessung aufgrund der erfreulichen Marktentwicklung vor allem durch die Nutzung neuartiger Technologien zur Erfassung von Real-Time-Daten und im Digital-Media-Measurement-Bereich gestärkt, um in der Zukunft weitere Aufträge, insbesondere im syndizierten Geschäft, hinzuzugewinnen. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: mittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem mittleren positiven Chancenpotenzial. 

Rechtliche Chancen im Zusammenhang mit dem Datenschutz: Die gestiegene öffentliche Wahrnehmung und Sensibilität hinsichtlich der Datensicherheit und des Datenschutzes hat für die GfK Gruppe nach wie vor höchste Priorität. Durch die Speicherung der erhobenen Daten vorwiegend in Deutschland und eine teilweise Vorreiterrolle in der Branche sieht GfK in diesem Zusammenhang die unmittelbare Chance, für die Kunden vertrauenswürdiger zu sein als Wettbewerber, die ihre Daten in weniger sicheren Ländern verwahren. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial. 

Commercial Excellence in Bezug auf Datenqualität: Langjährige Erfahrung im Erheben und Auswerten von Daten macht GfK zu einem vertrauenswürdigen Lieferanten für zuverlässige, relevante und intelligente Markt- und Verbraucherinformationen. Durch eine stete Optimierung und Verbesserung der internen Prozesse zur Erhebung von zuverlässigen Daten sieht GfK die Möglichkeit sich weiterhin als qualitativ hochwertiges, global agierendes Marktforschungsunternehmen gegen die Wettbewerber erfolgreich durchzusetzen. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial. 

Chancen im Zusammenhang mit der Datenbeschaffung: GfK liefert eine einzigartige Kombination aus Verbraucher-, Handels- und Mediadaten, die mithilfe wissenschaftlicher Verfahren und innovativer Technologien miteinander verknüpft werden. Um den Kunden diese Daten liefern zu können, werden kontinuierlich und weltweit wichtige Erkenntnisse über lokale Märkte in über 100 Ländern über deren Radio- und Fernsehnutzung und zu deren Absatzentwicklung und Kaufentscheidungen erhoben. GfK sieht durch die Nutzung alternativer Rekrutierungskanäle, eine ständige Optimierung in Bezug auf die Rekrutierung der Panelteilnehmer und die Erforschung neuer Technologien zur Datenerhebung die Möglichkeit, Kosten einzusparen. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial. 

Commercial Excellence – Anpassung des Kompetenzportfolios: Durch die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung bieten sich vermehrt Wachstumspotenziale für GfK. Durch kontinuierliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote werden die Kompetenzen der Mitarbeiter fortlaufend an den technologischen Fortschritt angepasst. Hierbei bietet sich für GfK insbesondere die Chance, als ein renommierter Arbeitgeber die richtigen Talente als Fach- und Führungskräfte zu identifizieren und zu gewinnen und sie durch geeignete Förderungsmaßnahmen zu binden. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial.

Marktumfeld

Neue Marktpotenziale/Wettbewerbsvorteile: Durch veränderte Markt- und Wettbewerbsbedingungen sieht GfK durch die Fokussierung auf global definierte Produktgruppen für unterschiedlichste Industriezweige, insbesondere im Hinblick auf die traditionelle Marktforschung, auch weiterhin die Chance, seinen Marktanteil signifikant zu erhöhen. Zudem liefern die zunehmende Geschwindigkeit in der Branche, die kontinuierliche Analyse der Unternehmensstrategie im Zusammenhang mit dem Wettbewerbsumfeld und das Verständnis von sich entwickelnden Kundenbedürfnissen zusätzliche Möglichkeiten für GfK. Chancenbewertung: mittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeiten, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial.

Legal- und Compliance-Bereich

Commercial Excellence – Compliance: Durch die kontinuierliche Erweiterung und Konkretisierung der internen Richtlinien sowie fortlaufende Trainings sieht die GfK Gruppe ein zusätzliches mittelbares Chancenpotenzial. Da die Prozesse zunehmend standardisiert und damit die Fehlerquellen reduziert werden, kann es zu einer Verbesserung und Optimierung der internen und operativen Prozesse kommen. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: mittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem geringen positiven Chancenpotenzial. 

Weitere Chancen

Rechtliche und strategische Chance: GfK sieht die Chance, sich durch zuverlässige und qualitativ hochwertige Dienstleistungen als global agierendes Marktforschungsunternehmen bei seinen Kunden und externen Stakeholdern zu positionieren. Um diese Chance wahrzunehmen, müssen die neuen Werte und der „Tone from the Top“ durch alle Mitarbeiter des GfK-Konzerns gelebt werden. Dies ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg, um den notwendigen und weiterhin gewünschten Kulturwandel innerhalb des Konzerns zu vollziehen. Diese Chance wurde neu in das Chancenportfolio von GfK aufgenommen. Chancenbewertung: unmittelbar nennenswerte Geschäftsmöglichkeit, mit einem mittleren positiven Chancenpotenzial.

11.3 Abschließende Einschätzung der Chancen- und Risikosituation

Grundlage für die Beurteilung der Chancen- und Risikosituation durch den Vorstand bildet das unter 11.1 beschriebene Chancen- und Risikomanagementsystem. Dabei werden Risiken auf der Ebene der einzelnen Gesellschaften der GfK Gruppe sowie Chancen und Risiken auf der Regionenebene, der Sektoren- und Konzernebene identifiziert und bewertet.

Im Vergleich zum Vorjahr ist das Gesamtrisiko für die GfK Gruppe weitestgehend unverändert geblieben. Die im abgelaufenen Geschäftsjahr ins Risikoportfolio neu aufgenommenen Risiken, für die zur Risikosteuerung konkrete Gegenmaßnahmen definiert und implementiert wurden, stammen hauptsächlich aus dem strategischen und rechtlichen Bereich. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014 sind neben dem Risiko eines schlagartigen konjunkturellen Einbruchs der Weltwirtschaftsleistung vor allem die Risiken im Zusammenhang mit der Kontinuität der IT-Systeme, rechtliche Risiken im Zusammenhang mit Vertragsstrafen sowie Haftungen zu nennen. Daneben sind die Compliance-Risiken und die Risiken im Zusammenhang mit Portfoliomaßnahmen ebenfalls als größere Risiken aufzuführen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser Risiken ist aber nach Implementierung geeigneter Maßnahmen als eher unwahrscheinlich einzuschätzen.

Wegen der globalen Positionierung und der kontinuierlichen Bereitstellung innovativer Produkte und Services, insbesondere aufgrund der starken Digitalisierung und der Verfügbarkeit enormer Datenmengen, wird GfK die mittelbar und unmittelbar identifizierten Chancen, die sich der GfK Gruppe in einer zu erwartenden weiterhin stabilen Weltwirtschaft bieten, konsequent nutzen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass dem Vorstand zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzernlageberichts keine Einzelrisiken oder Wechselwirkungen bzw. eine Kumulation von Risiken bekannt sind, die die GfK SE und die GfK Gruppe in ihrem Fortbestand gefährden könnten.

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